Her mit dem Zaster!
Von Alexandra Plank
Innsbruck – „Vielen Dank, sie kennen mich noch“, kommentierte Linda de Mol den Applaus des Publikums zu Beginn ihrer neuen Sat.1-Show „The Winner is ...“. Die Niederländerin gilt als alter Hase im TV-Biz: Vor allem in den 90ern schalteten regelmäßig Millionen ihre Shows ein. Mit Formaten wie „Traumhochzeit“ oder „Domino Day“ stand die Holländerin jahrelang im deutschen Fernsehen vor der Kamera. Nach einer sagenhaften Karriere bei RTL will sie nun für Sat.1 Quote machen. Doch die Zahlen sind ernüchternd: Am Mittwochabend schalteten bei Sat.1 lediglich 1,64 Millionen Menschen ein. Das entsprach einem Marktanteil von 5,1 Prozent.
Ihr Bruder John de Mol holte Linda de Mol zurück ins deutsche Fernsehen. „The Winner is ...“ stammt ebenso wie „The Voice of Germany“ von seiner Produktionsfirma. Doch worum geht‘s? „Es ist keine Castingshow, sondern eine Gameshow und man kann richtig viel Geld, eine Million Euro gewinnen“, stellt de Mol gleich zu Beginn klar. Das ist nur die halbe Wahrheit: Die Sendung ist eine Mischung aus „Wer wird Millionär“ – und allen anderen Castingshows, die es so gibt. Kandidaten treten in den verschiedensten Kategorien, von Kindern unter 14 Jahren bis hin zu Künstlern, die eine Top-10-Platzierung in Deutschland schafften, gegeneinander an.
Danach entscheidet eine Jury aus 100 anonymen Juroren, denen der Produzent Mousse T vorsitzt, wer das Duell gewonnen hat. Zuvor können die Kandidaten sich noch schnell überlegen, ob sie 5000 Euro nehmen und aussteigen – oder weiterzocken in der Hoffnung, in den nächsten fünf Runden noch mehr Geld abzustauben oder im Finale im Mai den Hauptgewinn einzufahren. In der ersten Sendung nahmen zwei Teilnehmer lieber den Spatz in der Hand und taten gut daran, die Jury wählte sie nämlich ab. Dass die Kandidaten ihre Chancen selbst einschätzen müssen, erhöht die Spannung gegenüber anderen Castingshows. Aufgepeppt wird das Ganze durch die ehemaligen Hitlieferanten, die hier nicht in der Jury sitzen, sondern am Wettkampf teilnehmen. Es geht um keine Gesangskarrieren, sondern um Cash. Der ehemalige Disco-King George McCrae brachte es auf den Punkt. Auf de Mols Frage, warum er sich das knapp 40 Jahre nach seinem Welthit Rock Your Baby noch einmal antue, antwortete er: „For the money.“
Und Linda de Mol? Sie hat die 40 längst überschritten, sich ihren Charme aber erhalten. Warum sie in ein schwarzes Sackkleid gesteckt wurde, bleibt ein Rätsel. Vom Spiegel oneline gab es Häme für de Mol, die sich offen zu Schönheits-OPs bekennt: „Die Kamera bleibt gnädig auf Abstand, da schließen wir uns gerne an.“


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