Kleinkunstbühne „Kellerei“ hat Lieblingsplatz entdeckt
Von Helmut Mittermayr
Reutte – Nomen est omen. Selten hat ein Verein mit seiner Namensgebung auch die gewünschte örtliche Zuordnung so klar ausgedrückt. Nämlich einen Keller – jenen des Kindergartens in der Tauschergasse. Vor wenigen Wochen wurde die „Kellerei“ aus der Taufe gehoben. Rund ein Dutzend Kulturinteressierte aus dem Talkessel von Reutte haben eine Kleinkunstbühne gegründet. Gabriele Stoll-Mark und Friedrich Schweiger führen sie in Personalunion. Noch sind ihre Tätigkeiten allerdings gebremst, fehlt doch das Wichtigste – der Ort der Bühne. „Wir arbeiten irgendwie noch auf Wolken“, lacht Stoll-Mark. Auf eine geradezu ideale Räumlichkeit haben sie aber schon lange ein Auge geworfen. Denn seit 20 Jahren steht das Souterrain im Kindergarten Tauschergasse leer.
Nach Vorgesprächen mit Bürgermeister Alois Oberer, der das Projekt von Herzen unterstützt, und weiteren Gemeindevertretern sind die Vereinsverantwortlichen nun guter Hoffnung, dass sich im Herbst 2013 der Vorhang erstmals heben könnte. Die Räumlichkeiten bedürften allerdings einiger Investitionen, die die Marktgemeinde Reutte zu tragen hätte, bis das Publikum – immerhin 150 Besucher wären maximal möglich – eingelassen werden kann. Auch weitere Vereine wie die Reuttener Heimatbühne sind als Mitnutzer im Gespräch. Als Betreiber möchte allerdings die „Kellerei“ in Erscheinung treten, deponiert das Duo.
Stoll-Mark und Schweiger möchten ein durchgängiges Jahresprogramm auf die Beine stellen. „Es soll immer etwas los sein. Mit einem Mix aus allem, was Kleinkunst ausmacht“, sagt Friedrich Schweiger. „Also Kabarett, Sprechtheater, Comedy, Lesungen, Diskussionen, Musik aller Art, Varieté und vieles mehr.“ Der Vorstand, dem auch Jürg Kienast, Johannes Leismüller, Brigitte Wacker und Maria Fuchs angehören, ist enthusiastisch und voller Ideen. Weitere Interessierte mit kreativen Ideen sind herzlich willkommen.
Für die Kellerei-Obfrau hat Kultur auch etwas mit Bildung zu tun, nicht nur mit Unterhaltung. Eine Horizonterweiterung sei durchaus erwünscht. Kinder und Jugendliche sollen speziell herangeführt werden. „Wir werden sie nicht nur als Konsumenten, sondern auch als mögliche Aktive ansprechen“, weiß Stoll-Mark.



