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Waffenfabrik-Affäre

Schwedens Verteidigungsminister Tolgfors zurückgetreten

Nach einer Affäre um den Bau einer Waffenfabrik in Saudi-Arabien ist Schwedens Verteidigungsminister Sten Tolgfors zurückgetreten.

Stockholm - Nach einer Affäre um den Bau einer Waffenfabrik in Saudi-Arabien ist Schwedens Verteidigungsminister Sten Tolgfors zurückgetreten. Wie Regierungschef Fredrik Reinfeldt am Donnerstag vor Journalisten sagte, kam er der Bitte von Tolgfors nach, ihn von seinem Posten zu entbinden. Die schwedische Justiz prüft seit der vergangenen Woche, ob die Regierung an Planungen für den Bau der Waffenfabrik beteiligt war.

Der schwedische Rundfunksender SR hatte unter Berufung auf interne Dokumente und Interviews mit früheren Verantwortlichen berichtet, das dem Verteidigungsministerium unterstellte Forschungsinstitut FOI arbeite seit dem Jahr 2007 über eine Scheinfirma mit Saudi-Arabien an dem Projekt „Simoon“. Ziel sei der Bau einer Fabrik für Panzerabwehrraketen. Für viele Schweden, die ihr Land als aktiven Verfechter der Menschenrechte sehen, ist ein solches Geschäft inakzeptabel.

Unter dem Druck der Opposition hatte Tolgfors eingeräumt, Kenntnis von der Kooperation zwischen dem FOI und Saudi-Arabien sowie von der Scheinfirma gehabt zu haben. FOI-Generaldirektor Jan-Olof Lind hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, eine interne Ermittlung in seinem Institut sei zu dem Schluss gekommen, dass „eine Straftat begangen worden sein könnte“. (APA/AFP/Reuters)