Syrien-Beauftragter drängt Damaskus zu Waffenstillstand
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Im Syrien-Konflikt rüsten beide Seiten weiter kräftig auf. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat an die Konfliktparteien appelliert, die vom Sondervermittler Lakhdar Brahimi geforderte viertägige Waffenruhe einzuhalten.
Foto: REUTERS
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Damaskus - Der internationale Syrien-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi dringt auf einen raschen Waffenstillstand. Brahimi brachte die Forderung, während des islamischen Opferfestes die Waffen in der kommenden Woche schweigen zu lassen, am Samstag bei einem Gespräch mit dem syrischen Außenminister Walid al-Muallem in Damaskus vor. Das syrische Außenministerium bezeichnete die Gespräche als „konstruktiv und ernst“. Unterdessen starben bei Kämpfen am Samstag mindestens 60 Menschen.
Die Regierung des Nahost-Staats hat bislang zurückhaltend auf den Vorstoß des Beauftragten von UN und Arabischer Liga reagiert und verlangt Garantien, dass die Aufständischen Bewegungen der Armee dulden. Der bislang letzte Waffenstillstand war im April nach wenigen Tagen gescheitert. Brahimis Vorgänger Kofi Annan, der die damalige Feuerpause vermittelt hatte, trat kurz darauf zurück. Die neuerlichen Forderungen nach einer Waffenruhe werden von den USA und Syriens Nachbarn Türkei unterstützt.
An der Autobahn zwischen Damaskus und der Wirtschaftsmetropole Aleppo tobten nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag heftige Kämpfe. Insgesamt seien bei den Auseinandersetzungen bis Einbruch der Dunkelheit 60 Menschen gestorben. Im Feuer der Regierungstruppen hätten die von Rebellen eingenommene Stadt Maarat al-Numan und benachbarte Dörfer in der Provinz Idlib gelegen, teilte die oppositionelle Gruppe mit Sitz in London mit.
Bei dem seit 19 Monaten andauernden Aufstand gegen Präsident Bashar al-Assad sind inzwischen rund 30.000 Menschen getötet worden. Die UN rechnen mit rund 700.000 Flüchtlingen aus Syrien bis Jahresende. Der Konflikt hatte sich zuletzt auch zu einem bewaffneten Konflikt zwischen Syrien und seinem Nachbarn Türkei ausgeweitet.
Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sagte am Samstag bei einem Besuch in der jemenitschen Hauptstadt Sanaa, dass der Rücktritt des jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh ein Model für Syrien darstellen hätte können. Die jemenitische Lösung hätte für Syrien gepasst vor neun Monaten, so Davutoglu. Die jüngsten Entwicklungen in Syrien mit dem Einsatz von Artillerie und der Bombardierung syrischer Städte aus der Luft hätten den Spielraum für die Umsetzung solcher Lösungen jedoch eingeengt.
Geheimdienst-Zusammenarbeit USA-Türkei
Die USA verstärkten indes einem Zeitungsbericht zufolge ihre Geheimdienst-Zusammenarbeit mit der Türkei. Vertreter der Streitkräfte beider Länder hätten in den vergangenen Wochen gemeinsam Pläne für eine Flugverbotszone über Syrien sowie zur Beschlagnahmung biologischer und chemischer Waffen in dem Land entwickelt, berichtete die „Washington Post“.
Zudem stammte demnach der Hinweis auf die Ladung eines in Moskau gestarteten syrischen Passagierflugzeugs, das die Türkei vor rund zehn Tagen mit Kampfjets zur Landung gezwungen hatte, aus den USA. Nach Angaben der Regierung in Ankara hatte das Flugzeug unter anderem Teile für die syrische Flugabwehr geladen. (APA/AFP/Reuters)
aktualisiert: Sa, 20.10.2012 19:59

