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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 28.04.2013

Salzburger Koalitionsspiele

Nächste Woche wählen die Salzburger ihren Landtag nach der Finanzaffäre neu.

Salzburg – Die erste Frage im Wahlkampf für die Salzburger Landtagswahl am kommenden Sonntag ist die nach dem Landeshauptmann bzw. der Landeshauptfrau: Kann Gabi Burgstaller ihren Job für die Sozialdemokraten trotz der Finanz­affäre verteidigen – oder geht das Kalkül von ÖVP-Herausforderer Wilfried Haslauer auf, der wegen des Skandals die bisherige Zusammenarbeit aufgekündigt hat? Auch die zweite Frag­e verspricht Spannung: Machen Rot und Schwarz nach der Wahl in der Landesregierung gemeinsam weiter, allenfalls mit einem neue­n Kopf an der Spitze einer Partei – oder kommt auch die bisherige Opposition zum Zug?

Gestern trafen einander die Spitzen­kandidaten zur „Elefanten­runde“ im ORF-Studio. Die Grünen-Spitzenkandidatin Astrid Rössler stellte in Abrede, dass es schon Absprachen über eine künftige Koalition im Chiemseehof, dem Sitz der Salzburger Landesregierung, gebe: „Es ist nichts paktiert und nichts vereinbart. Das werden die Wähler entscheiden.“ Der freiheitliche Landesparteichef Karl Schnell betonte, er stehe nicht dafür bereit, dass er „irgendeine Partei zum Landeshauptmann“ mache. „Ich bin kein Steigbügelhalter.“ Falls die Wähler der FPÖ aber das Vertrauen geben, sei es „eine Verpflichtung, in die Regierung zu gehen“.

Für das Team Stronach tritt der Bürgermeister von Goldegg im Pongau, Hans Mayer, an. Er war einst bei der ÖVP. Jetzt sieht er bei seiner früheren Partei einen guten Teil der Verantwortung für den Finanz­skandal. (TT)