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Wahlen in Malaysia

Regierungskoalition in Malaysia nach 56 Jahren unter Druck

Erstmals seit der Unabhängigkeit von Großbritannien war die absolute Mehrheit der Regierungskoalition Nationale Front bedroht.

Kuala Lumpur - In Malaysia haben am Sonntagmorgen die spannendsten Parlamentswahlen seit 56 Jahren begonnen. Erstmals seit der Unabhängigkeit von Großbritannien war die absolute Mehrheit der Regierungskoalition Nationale Front bedroht. In einer letzten Umfrage vor dem Wahlgang hatte die Opposition eine hauchdünne Mehrheit. Das Ergebnis wurde noch am Sonntagabend (MESZ) erwartet.

Oppositionsführer Anwar Ibrahim versprach den Kampf gegen Korruption und Rassismus. Premierminister Najib Razak warnte, dass bei einem Wahlsieg des Oppositionsbündnisses Volksfront womöglich Steinigungen und Amputationen als Strafe für Ehebrecher und Diebe eingeführt werden könnten. Im Oppositionsbündnis ist eine konservative islamische Partei, die islamische Werte in die Politik bringen will.

In Malaysia sind 60 Prozent der Einwohner Muslime. Die Regierung räumt ihnen zahlreichen Privilegien ein, darunter Vorteile bei der Vergabe von Studienplätzen und Regierungsaufträgen. Chinesisch- und indischstämmige Einwohner fühlen sich teilweise diskriminiert. Der Oppositionsführer nennt das Rassismus und will mit den Privilegien Schluss machen.

Gut 13 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Sie entscheiden über 222 Sitze im Parlament. Dort hält die Regierungskoalition zur Zeit 140 Sitze, die Opposition 82. (APA/dpa)