Archiv

Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 14.07.2013

Kostenbremse schützt nicht vor teurem Wahlkampf

Im ersten Halbjahr gab die ÖVP am meisten Geld für politische Werbung aus. Team Stronach liegt bei den Ausgaben knapp hinter der SPÖ.

Wien – Der laufende Wahlkampf dürfte trotz erstmals geltender Beschränkung der Wahlkampfkosten nicht günstiger werden als jener des Jahres 2008. Darauf lassen die von den Parteien offiziell genannten Wahlbudgets schließen, die sich auf 29,4 Mio. Euro summieren. Dazu kommen noch die Ausgaben der FPÖ, die ihr Budget nicht beziffern wollte. Den Kostenrahmen von sieben Millionen Euro voll ausschöpfen will neben SPÖ und ÖVP auch das Team Stronach, das schon bei den heurigen Landtagswahlen mehr für Werbung ausgegeben hat als die FPÖ.

Der Wahlkampf 2008 hat die Bundesparteien zwischen 25 Mio. Euro (offizielle Wahlbudgets) und 33 Mio. Euro (Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit laut Parteibilanzen) gekostet.

Deutlich sparsamer als beim letzten Mal müssen SPÖ und ÖVP budgetieren.

Mehr als wettgemacht wird das gekürzte Budget der Großparteien durch das erstmals antretende Team Stronach, das den Kostenrahmen von 7 Mio. Euro ausschöpfen will und auch eine Überschreitung nicht ausschließt.

Zweiter Grund für den in Summe teureren Wahlkampf: Grüne und BZÖ wollen zwar deutlich unter der Obergrenze bleiben, haben ihr Wahlkampfbudget gegenüber 2008 aber angehoben. Die grüne Bundespartei hat 4,4 Mio. Euro budgetiert, wobei 765.400 Euro bereits verbraucht wurden. Enthalten ist in diesen Zahlen auch die „Bio-Tour“ von Parteichefin Eva Glawischnig.

Mit Rückblick auf das durch vier Landtagswahlen schon intensive Wahljahr zeigt sich, dass die ÖVP bislang am tiefsten in die Parteikasse gegriffen hatte. Inklusive der Personenkomitees für Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll und Tirols Günther Platter hat die ÖVP seit Jänner fast 5,6 Mio. Euro in die Werbung gesteckt. Die SPÖ landete mit 3,6 Mio. Euro auf Platz zwei.

Zumindest in puncto Werbekosten konnte auch das Team Stronach mit den beiden Regierungsparteien mithalten. Laut Erhebungen des Marktforschungsunternehmens Focus hat die Partei des Milliardärs von Jänner bis Mai rund 3,2 Mio. Euro für Inserate, Plakate und TV- und sonstige Werbung ausgegeben.

Die FPÖ lag mit 2,9 Mio. Euro knapp dahinter, Grüne (613.000 Euro) und BZÖ (514.000) waren vergleichsweise sparsam. (APA)