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Unterstützung gefordert

Flüchtlingswelle: Malta fühlt sich von EU im Stich gelassen

Maltas Premierminister Joseph Muscat klagt über die „unzumutbare Lage“ in dem Inselstaat und die mangelnde Solidarität innerhalb der EU.

Rom/Valletta - Während die Flüchtlingswelle aus Nordafrika in Richtung Europa wieder stark zunimmt, hat Malta die EU in punkto Einwanderung um Hilfe gebeten. Wegen der starken Migrationswelle sei die Lage auf der Insel unzumutbar, betonte Maltas Premier Joseph Muscat bei einem Besuch am Montag in Rom.

Er forderte Brüssel auf, neue Einwanderungsregeln auszuarbeiten. „Man hat uns allein gelassen. Wir brauchen eine kohärente Migrationspolitik. Leere Worte über Solidarität genügen nicht“, sagte Muscat. Aufgrund der großen Anzahl der Flüchtlinge sei es auch schwer, die Standards für Unterbringung und Betreuung aufrechtzuerhalten.

Im Vergleich zu seiner Bevölkerung hat Malta die größte Zahl von Asylwerbern in Europa. 21,7 Asylanträger pro 1000 Einwohner meldet die Mittelmeerinsel. Wie alle EU-Staaten hat sich auch Österreich bezüglich der Aufnahme von Bootsflüchtlingen, die auf Malta angekommen sind, bisher zurückhaltend gezeigt. Muscat wies den Vorwurf zurück, dass seine Regierung ausländerfeindlich sei. Er sei für eine multikulturelle Gesellschaft, versicherte er. (APA)

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