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Erneut Proteste

Ägyptens Regierung gibt Verfassungsänderung in Auftrag

Übergangspräsident Mansur beauftragte am Samstag ein Komitee aus Rechtsexperten, die Verfassung des Landes zu überarbeiten.

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Kairo - Wenige Tage nach der Bildung einer Übergangsregierung ohne Beteiligung der islamistischen Wahlsieger steuert Ägypten auf eine Verfassungsänderung zu. Übergangspräsident Mansur beauftragte am Samstag ein Komitee aus Rechtsexperten, die Verfassung des Landes zu überarbeiten. Das meldete die staatliche Nachrichtenwebsite Al-Ahram. Unterdessen forderten Ausschreitungen erneut mehrere Todesopfer.

Die Verfassung hatte im vergangenen Jahr eine von Islamisten dominierte Versammlung entworfen. Die Armee setzte sie außer Kraft, nachdem sie am 3. Juli den aus der islamistischen Muslimbruderschaft hervorgegangenen Ex-Präsidenten Mursi entmachtet hatte. Eine überarbeitete Version muss vorliegen, bevor in Ägypten neu gewählt werden kann.

Kritiker hatten in dem Gesetzestext eine Beschneidung von Freiheit und Menschenrechten bemängelt. Die Regierung ringt um eine Stabilisierung der Lage in dem nordafrikanischen Land, wo es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern Mursis kommt. Seit dessen Entmachtung kamen dabei rund 100 Menschen ums Leben.

Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Islamisten und ihren Gegnern haben auch am Wochenende erneut mindestens drei Menschen das Leben gekostet. Die tödlichen Krawalle ereigneten sich laut lokalen Medienberichten am Freitagabend in der Stadt Al-Mansura im Nildelta, wo Augenzeugen zufolge Anhänger und Gegner des gestürzten Präsidenten Mursi mit Schusswaffen und Messern aufeinander losgingen.

Zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam es auch in Kena in Oberägypten. Dort setzte die Polizei laut „Al Ahram“ Tränengas ein, um die verfeindeten Parteien auseinanderzuhalten.

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