Wieder Streik und wieder Zittern um die nächste Ratenzahlung in Athen
![]()
Unruhe in Athen: Wieder gibt es Proteste und wieder zittert das Land vor der drohenden Pleite.
Foto: AP
|
||
Von Elena Becateros
Athen – Während die Zahlung der nächsten Griechenland-Hilfe auf der Kippe steht, protestiert die Bevölkerung weiter gegen die Sparpolitik der Regierung in Athen: Griechische Taxifahrer, Krankenhausärzte und Zahnärzte traten am Donnerstag in einer neuen Protestrunde in den Ausstand.
Für die kommenden Wochen haben bereits die Müllabfuhr, Lehrer und Mitarbeiter der Finanzämter mit Arbeitsniederlegungen gedroht. Die Taxifahrer wehrten sich mit dem auf 24 Stunden angelegten Ausstand gegen die Pläne zur Liberalisierung ihres Gewerbes. Zahnärzte und bei staatlichen Krankenhäusern angestellte Ärzte legten aus Protest gegen angekündigte Reformen im Gesundheitswesen für zwei Tage ihre Arbeit nieder.
Handgemenge bei Demonstration
Bei einer Demonstration von einigen tausend Studenten in Athen kam es zu einem Handgemenge. Das Staatsfernsehen berichtete, eines seiner Kamerateams sei angegriffen und ein Mensch leicht verletzt worden. Die Polizei erklärte, bei drei Geschäften und einer Postfiliale seien die Fensterscheiben eingeschlagen worden.
Unter dem Druck der internationalen Kreditgeber verschärfte die sozialistische Regierung ihre Sparbemühungen, nachdem sie die vorgegebenen Haushaltsziele zu verfehlen drohte.
Doch während der griechischen Bevölkerung die Sparpolitik der Regierung zu rigoros ist, ist sie den europäischen Partnern nicht drastisch genug: Sie kritisieren, dass Athen die angekündigten Reformen zu langsam umsetze. Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker sagte am Mittwoch, die nächste Tranche in Höhe von acht Millionen Euro werde nicht gezahlt, wenn die griechische Regierung die an das Rettungspaket geknüpften Bedingungen nicht einhalte.
Die Troika aus Vertretern von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) unterbrach Ende vergangener Woche nach Unstimmigkeiten mit Athen ihre Inspektion.
Schlechte Konjunkturdaten
Von konjunktureller Seite gab es am Donnerstag auch keinen Lichtblick: Die Statistikbehörde veröffentlichte vorläufige Zahlen, wonach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7,3 Prozent zurückgegangen ist. Die Zahlen seien nicht saisonbereinigt und schlechter als die Ersteinschätzung von minus 6,9 Prozent, erklärte die Behörde. (Elena Becateros ist AP-Korrespondentin) Bildhinweis: ATH104, ATH105 dapd/448,rd/ra/sü
aktualisiert: Do, 08.09.2011 21:16






