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Italien

Separatistischer Aktivist ruft zu Mord an farbiger Ministerin auf

Cecile Kyenge kommt nicht zur Ruhe. Nach zahlreichen rassistischen Attacken auf ihre Person wird Italiens erste farbige Ministerin nun von einem venezianischen Separatisten mit Mord bedroht.

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Rom – Italiens erste farbige Ministerin, Integrationsministerin Cecile Kyenge, ist erneut ins Visier rassistischer Attacken geraten und mit Mord bedroht worden. Für den Eklat sorgte das ehemalige Mitglied der venezianischen Separatistengruppe „Veneto Stato“, Vittorio Milani, der auf Facebook zum Mord an Kyenge aufgerufen hat. Der Grund: Die Ministerin habe behauptet, dass auch Ordensschwestern auf den Schleier verzichten müssen, wenn man auf die Abschaffung der Burka dränge. „Das ist absurd, jemand ermorde diese nutzlose Idiotin“, schrieb Milani auf seiner Facebook-Seite.

Die Worte des separatistischen Aktivisten lösten hitzige Reaktionen aus. Der Fall wurde von der Polizei der Staatsanwaltschaft von Treviso angezeigt, die entscheiden muss, ob eine Untersuchung gegen Milani eingeleitet werden soll. Dieser versuchte sich zu rechtfertigen. „Ich habe mich übertrieben stark ausgedrückt, ich würde niemals einen Minister töten. Meine Worte sind Ausdruck der verbreiteten Wut wegen der politischen Linie der Ministerin“, sagte Milani.

Scharfe Kritik an Kyenges Politik

Kyenges ist in Norditalien wegen ihrer Bestrebungen scharf kritisiert worden, den in Italien geborenen Kindern ausländischer Eltern automatisch die Staatsbürgerschaft zu verleihen. Bei einer Veranstaltung der Demokratischen Partei (PD) in der Adria-Stadt Cervia war sie von einem Unbekannten mit Bananen beworfen worden. Mitte Juli verglich der Lega-Nord-Senator Roberto Calderoli die Ministerin mit einem Orang-Utan. (APA)

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