03.08.2011, 08:44  Aktualisiert: 29.11.2011, 14:37 
Innsbruck

Neuer Klima-Atlas soll Folgen der Klimaveränderungen aufzeigen

Der Klimawandel stellt auch die Tiroler Bevölkerung vor neue Herausforderungen. Ein neuer Klima-Atlas soll dabei helfen, sich auf die Veränderungen einzustellen.
Der neue Klima-Atlas soll helfen, verlässliche Prognosen für Klimaveränderungen zu erstellen.
Foto: ZOOM-TIROL (Symbolfoto)

Innsbruck - In einem neuen Grundlagenwerk zum Klima des Großraums Tirol-Südtirol-Venetien sollen künftig alle messbaren Wetter- und Wasserdaten der Region zusammengefasst werden. „Ziel ist es, die Entwicklung des Klimas aufzuzeigen und einen regionalen Klimaatlas zu erstellen“, sieht LH Günther Platter einen großen Nutzen in dem Projekt. Diese Beschreibung des Klimas sei sowohl eine wichtige Grundlage für die unterschiedlichsten Wirtschaftszweige, als auch eine Orientierung für Bestimmungen wie etwa Bauvorschriften, erklärt Platter das Projekt mit dem Namen „3PCLIM“.

Benötigt werde die Klimatographie etwa in der Bau-, Wasser- und Energiewirtschaft, dem Tourismus, dem Versicherungswesen oder in der Forst- und Landwirtschaft, hieß es in einer Aussendung des Landes Tirol. Aber auch für Umwelt-, Katastrophen- und Zivilschutz und in der Raumordnung seien die Daten von Bedeutung.

Die erhobenen Daten würden beispielsweise Auskunft darüber geben, inwieweit Hochwasserdämme oder Bewässerungsanlagen neu geplant werden müssten oder welche Tourismusregionen besonders vom Klimawandel betroffen seien.

„Das Klima verändert sich nachweislich. Wir brauchen eine solide Datenbasis, um verlässlichere Prognosen zu erstellen“, erklärt Harald Schellander von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), dem führenden Projektpartner. „Da wir über eines der weltweit dichtesten meteorologisch-hydrologischen Messnetze verfügen, kann Tirol dazu einen wesentlichen Beitrag leisten“, freut sich LH Platter.

Die Klimabeschreibung, mit der zurzeit gearbeitet werde, stamme aus dem Jahre 1975 und beruhe auf Messungen der Jahre 1931 und 1969. Inzwischen würden zusätzliche und viel genauere Parameter gemessen. Neu sei auch, dass man Methoden wie Satellit, Radar oder Blitzortung in einer Klimatographie dieser Größenordnung anwenden könne.

Im September 2011 soll die Bearbeitung der neuen Daten beginnen und bis Ende 2014 laufen. Das Projekt wird mit rund einer Million Euro von der EU, dem Land Tirol, der Wildbach- und Lawinenverbauung und Italien gefördert. Das Ergebnis soll dreisprachig publiziert und öffentlich zugänglich gemacht werden.

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mi, 03.08.2011  08:44
aktualisiert: Di, 29.11.2011  14:37
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