Breite Front gegen türkisches Gymnasium
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Türkischstämmige Unternehmer wollen im Großraum Innsbruck ein Privatgymnasium errichten.Symbolfoto: Shutterstock
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Von Katharina Zierl
Innsbruck – Er sorgte für Aufsehen. Wurde heftig diskutiert. Der Plan einiger türkischstämmiger Unternehmer, in Rum ein gemischtsprachiges Privatgymnasium zu errichten, sorgte im vergangenen Jahr für hitzige Debatten und rief viele Kritiker auf den Plan.
Man wolle mit der Schule „Migrantenkindern die Integration erleichtern“, hieß es seitens der Initiatoren. Zwar erteilte die Gemeinde Rum dem Schulprojekt eine klare Absage, die türkischstämmigen Unternehmer betonten allerdings, weiter an ihren Plänen festzuhalten: „Wir sind überzeugt, unser Projekt nach einer offenen und objektiven Auseinandersetzung umsetzen zu können und auch die entsprechende Unterstützung dafür zu gewinnen.“
Vom Großteil der Tiroler ist allerdings keine Unterstützung zu erwarten, wie die Ergebnisse der TT-Umfrage zeigen. Fast zwei Drittel der Befragten (58 Prozent) geben an, dass eine derartige Schule für sie nicht in Ordnung sei, da solche Einrichtungen dem Integrationsgedanken widersprechen würden.
Auch Landesschulratspräsident Hans Lintner hatte das Vorhaben kritisch beäugt, wie er gegenüber der Tiroler Tageszeitung erklärte: „Wer Integration fördern will, sollte einzelne Gruppen nicht separieren. Isolation ist auf jeden Fall der falsche Ansatz.“
Es gibt allerdings auch positive Stimmen, wie die Ergebnisse der Umfrage zeigen. Für 34 Prozent sind Projekte wie das türkische Privatgymnasium in Ordnung. Auffällig ist, dass bei Männern immerhin 38 Prozent nichts gegen die Pläne der türkischstämmigen Unternehmer einzuwenden haben. Bei den Frauen sind es nur 30 Prozent.
Auch bei den Altersgruppen gibt es klare Tendenzen. Für fast die Hälfte (47 Prozent) der Befragten zwischen 16 und 30 Jahren wäre ein türkisches Privatgymnasium in Ordnung. Bei den Tirolern zwischen 31 und 50 Jahren erntet das Projekt nur bei 28 Prozent Zustimmung.
Ein Blick auf die Berufsgruppen zeigt, dass sich die meisten Gegner eines türkischen Privatgymnasiums bei den Beamten und Angestellten finden. 64 Prozent sprechen sich gegen ein derartiges Projekt aus. Bei Schülern und Studenten sind es nur 30 Prozent. Was die Bezirke betrifft, ist die Stimmung bezüglich eines türkischen Gymnasiums in Innsbruck noch am positivsten. Immerhin geben 36 Prozent an, für sie seien Projekte wie diese in Ordnung. Im Außerfern lehnt die Bevölkerung laut TT-Umfrage das Gymnasium am meisten ab. 73 Prozent wollen keine derartige Einrichtung.
Auch im Oberland ist die Reaktion auf das Projekt negativ: 72 Prozent sagen Nein zum Privatgymnasium. Im Unterland sind es im Vergleich dazu nur 52 Prozent, die sich klar gegen die Schule aussprechen. Die Ausbildung scheint wenig Einfluss auf die Position in dieser Thematik zu haben. Bei den Befragten mit Matura sprechen sich 56 Prozent gegen das türkische Schulprojekt aus, bei den Tirolern ohne Matura sind es 59 Prozent.







