Fieberbrunner sägen am Stuhl von TVB-Chef
Von Harald Angerer
Fieberbrunn – Auch wenn die Temperaturen frühlingshaft warm sind, muss sich TVB-Pillerseetal-Geschäftsführer Toni Wurzrainer warm anziehen. Ihm weht ein eisiger Wind entgegen und dieser kommt aus Fieberbrunn. Er sieht sich massiven Vorwürfen gegenüber.
Den Stein ins Rollen gebracht hat Aufsichtsratsvorsitzender und Rechnungsprüfer Toni Niederwieser von den Bergbahnen Fieberbrunn. So machen Gerüchte über falsche Spesenabrechnungen und einen zu hohen Gehalt im Pillerseetal die Runde. „Wir haben das Geschäftsjahr 2011 geprüft und da sind einige Sachen zu klären. Von Finanzbetrug ist aber keine Rede“, erklärt Niederwieser auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung. Deshalb habe man vergangene Woche eine Sitzung mit dem Geschäftsführer und dem Vorstand gehabt und am Montag soll es dann dazu eine Aufsichtsratssitzung geben. „Das zu prüfen und dann den Aufsichtsrat zu informieren, sieht das Tiroler Tourismusgesetz vor“, sagt Niederwieser.
Aber anders als im Tourismusgesetz vorgesehen ist er mit den Vorwürfen gegen Wurzrainer vorher in die Öffentlichkeit gegangen, noch bevor der Aufsichtsrat informiert wurde und der Geschäftsführer zu den Punkten Stellung beziehen konnte. Niederwieser hatte diese Punkte auch bei einem Planungsverbandstreffen den Bürgermeistern kundgetan. „Die Bürgermeister haben mich gebeten, über die aktuelle Situation des TVB Auskunft zu geben“, erklärt Niederwieser. Das sieht der Obmann des Planungsverbandes, Leo Niedermoser, anders. „Wir haben ihm dazu sicher keinen Auftrag erteilt. Bürgermeister Herbert Grander hatte lediglich gebeten, ob Niederwieser bei der Sitzung etwas zum TVB sagen könnte“, schildert der Planungsverbandsobmann. Er hat auch kein Verständnis für die Vorgangsweise des Aufsichtsratsvorsitzenden Niederwieser und den Fieberbrunner Bürgermeister Grander. „Solche Themen gehören zuerst TVB-intern besprochen, wir sind das falsche Gremium“, sagt Niedermoser.
Verwundert zeigt man sich auch bei der Tourismusabteilung des Landes Tirol. „Diese Vorgangsweise ist unüblich, zuerst muss so was im Verband besprochen werden“, erklärt Susanne Jungmann von der Tourismusabteilung. Auch TVB-Obmann Pepi Stöckl sieht die Sache ähnlich: „Es gibt dafür Gremien im Verband, erst müssen sich die damit beschäftigen, bevor so etwas in der Öffentlichkeit diskutiert wird.“ Auf Anfrage der TT will Wurzrainer vor der Aufsichtsratssitzung ebenfalls nichts zu den Vorwürfen sagen.







