Frauendemo für die Isel in Innsbruck
Von Catharina Oblasser
Innsbruck – „Die Isel gehört uns allen!“ Mit dieser und anderen Parolen machten rund 50 Frauen aus Osttirol vor dem Landhaus lautstark auf ihre Forderungen aufmerksam. Gegen den Ausverkauf des Wassers und für die Isel als frei fließenden Gletscherfluss, so lauten die Standpunkte der Initiative. Ein Kraftwerk, wie die Gemeinden Prägraten und Virgen seit Längerem planen, kommt für sie nicht in Frage, das machten sie am Tag des Wassers klar.
„Die Isel stellt einen Wert an sich dar. Ein Fluss ist mehr als nur ein Teil der Natur, der einen finanziellen Ertrag abwirft“, sagt Anna Maria Kerber. Der Bau des Kraftwerks werde sich auf die Gewässerökologie der gesamten Flussstrecke auswirken, ist Kerber sicher. Mit Regenschirmen als „Rettungsschirmen für die Isel“ machten die Osttirolerinnen ihre Meinung deutlich.
Mit den beiden Landeshauptmannstellvertretern Anton Steixner (VP) und Hannes Gschwentner (SP) trafen sich die Frauen im Landhaus. „Wir haben über eine Stunde miteinander gesprochen“, sagt Rita Feldner, Gemeinderätin in Prägraten und Mitglied der Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk Virgental. Doch mehr als „gegenseitigen Respekt“ konnten die Frauen nicht mit nach Hause nehmen. „Beide Politiker haben mitgeteilt, dass die Isel ganz sicher nicht für Natura 2000 nachnominiert wird“, berichtet Feldner. Zuletzt hatte die EU auf eine Beschwerde des Umweltdachverbandes reagiert und eine sehr genaue Prüfung angekündigt: Möglicherweise muss die Isel auf Druck aus Brüssel doch in das Natura-2000-Schutzprogramm eingebracht werden. Zum geplanten Kraftwerk im Virgental wollten Steixner und Gschwentner sich nicht festlegen, berichtet Feldner. „Die üblichen Verfahren müssten durchgeführt werden, darauf hätten sie keinen Einfluss, hieß es.“





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