„Du musst draußen sein“
Von Manfred Mitterwachauer
Innsbruck – „Pfiati. Super hast‘s g‘macht.“ Die Mägen sind satt, die Stimmung ist gut. Es ist kurz nach halb zehn Uhr, das „Neunerln“ ist vorbei. Christoph Platzgummer eilt zum nächsten Termin. Zuvor hat er in einer kleinen traditionellen Metzgerei in der Innsbrucker Prinz-Eugen-Straße zur Gratis-Jause geladen. Und es sich nicht nehmen lassen, Gabel und Messer in die Hand zu nehmen und die Fleischkässemmeln selbst an die Kunden zu bringen. Ausgerechnet Fleischkäs – Hilde Zach würde schmunzeln. Nur mit dem Einpacken hapert‘s ein bisschen. Nichts Neues, wie Platzgummers Frau Andrea augenzwinkernd vom regelmäßigen vorweihnachtlichen Einpack-Chaos erzählt.
Familie sei für ihn ein sehr großer Wert, sagt Platzgummer: „Und das schütze ich auch besonders.“ Sowohl seine Frau, mit der er seit 28 Jahren verheiratet ist, als auch seine zwei erwachsenen Töchter unterstützen ihn tatkräftig im Wahlkampf. Da wird sogar von Tochter Sophie eine Extra-Woche Urlaub eingeschoben, um selbst das Konterfei des Vaters in der Maria-Theresien-Straße unter die Leute zu bringen.
Platzgummers Wahl-Tour, die der leidenschaftliche Läufer im Übrigen auch mit Elektro-Autos zurücklegt, führt ihn an diesem Tag auch in eine Konditorei in der Amraser Straße. Platzgummer wird dort vom Firmenchef mit offenen Armen empfangen und durch den Familienbetrieb geführt: „Es ist nett, dass einmal jemand vorbeischaut. Viele Politiker haben wir bei uns noch nicht gesehen.“ „Draußen sein“, bei den Leuten, darauf legt Platzgummer deshalb auch großen Wert. Nur so bekomme man mit, wo man den Leuten helfen könne. Das gelte auch für die mittelständischen Betriebe.
Im Keller der Konditorei, dort wo der Osterhase längst produktionstechnisch Einzug gehalten hat, versucht sich der VP-Bürgermeisterkandidat an einer Torte. Lisa, die schon einige Meistertitel erringen konnte, blickt ihm über die Schulter. „Omletten-Umdrehen kann ich besser“, sagt Platzgummer und lächelt.
Das Lachen ist ihm nicht vergangen. Auch wenn man dem ehemaligen FI-Bürgermeister seinen Rückzug im Jahre 2009 vorhält. Ja, damals habe er das auch so gemeint, nie mehr in die Politik zurückkommen zu wollen. Aus der Emotion heraus. Er denke aber „nicht alles in politischen Strategien“. So sei seine Rückkehr zu erklären.
Platzgummer ist in vielen Vereinen. Auch bei den Tiroler Sportschützen. Dort ist er sogar Landesoberschützenmeister. Und da sei Tirol wirklich eine „echte Macht“. Die Jagdprüfung hat er übrigens auch: „Ich gehe aber nicht auf die Jagd.“ Er wollte vielmehr sein Wissen erweitern.
Los geht‘s. Platzgummer zieht weiter. Das Ziel ist klar. Bürgermeister werden.






