27.03.2012, 15:29  Aktualisiert: 28.03.2012, 07:05 
Tirol

Brenner-Windpark: Alpenverein enttäuscht von ÖVP-Blockade

Man werde die Gemeinde Gries am Brenner bei einem Rekurs unterstützen, so Platter.
Foto: Alpenverein Südtirol

Von Peter Nindler

Innsbruck – Das Land Tirol hat in seiner Stellungnahme den geplanten Windpark auf der Südtiroler Seite des Sattelbergs in Gries am Brenner abgelehnt. Wegen der massiven Landschaftsbeeinträchtigung und der Vogelflugproblematik. Doch die Südtiroler Landesregierung hat die Windräder dennoch genehmigt, statt 22 sollen jedoch lediglich 19 errichtet werden. Der Tiroler Alpenverein, aber auch die Gemeinde Gries hätten sich gewünscht, dass das Land Tirol Einspruch erhebt. Doch das scheiterte an den ÖVP-Vertretern in der Tiroler Landesregierung. Das bedauert auch Umweltreferent LHStv. Hannes Gschwentner (SP).

„Ich hätte mir ein starkes Signal gegenüber Südtirol erwartet, aber ich konnte keine Einstimmigkeit in der Regierung für einen Rekurs des Landes erzielen“, betonte Gschwentner nach der Regierungssitzung. Die ÖVP war dagegen, LH Günther Platter glaubt, „dass eine Beschwerde der Gemeinde als unmittelbar Betroffene erfolgsversprechender ist“. Keinesfalls gehe man vor Südtirols LH Luis Durnwalder in die Knie. „Darum geht es gar nicht, auch nicht darum, guten Wind gegenüber der Firma Leitwind zu machen, die den Windpark am Brenner errichtet.“ Leitwind hat ein Werk in Telfs, das jetzt erweitert wird.

Jedenfalls will die Landesregierung als Kompromiss die Wipptaler Gemeinde finanziell und rechtlich im Rekursverfahren unterstützen. Gschwentner hat nämlich kein Verständnis für die Vorgehensweise seiner Südtiroler Amtskollegen. „Unsere Stellungnahme wurde einfach unwirsch vom Tisch gewischt, auf unsere Bedenken nicht einmal eingegangen.“

Enttäuscht ist der Generalsekretär des Oesterreichischen Alpenvereins, Robert Renzler. „Ich hätte mir schon ein klares Signal gegenüber der Südtiroler Landesregierung erhofft, zumal sich das Land Tirol klar gegen den Windpark ausgesprochen hat.“ Alle Gutachten seien negativ gewesen, weshalb er von der Blockade der ÖVP enttäuscht sei.

Dass zumindest Gries unterstützt wird, ist für Renzler ein schwacher Trost, „weil das nur ein bedingtes Signal ist“. Letztlich hofft er, dass das Projekt doch noch verhindert werden kann. In dieselbe Kerbe schlägt der Grieser BM Karl Mühlsteiger. Auch er kann eine gewisse Enttäuschung nicht verbergen. „Aber dann werden wir eben gemeinsam mit dem Alpenverein versuchen, uns gegen den Windpark zur Wehr zu setzen und uns bei der Berufungsbehörde Gehör zu verschaffen.“

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Di, 27.03.2012  15:29
aktualisiert: Mi, 28.03.2012  07:05
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