Zams spielt in der Liga der finanzstarken Gemeinden
Von Helmut Wenzel
Zams – Die Zammer Haushaltsrechnung 2011 sieht spektakulär gut aus. So hat der Obmann des Überprüfungsausschusses, NR Mathias Venier, die jüngste Jahresbilanz der Gemeinde kommentiert.
Mit 21,8 Prozent Verschuldungsgrad mischt Zams bereits mit den finanzstarken Tourismusgemeinden Ischgl und St. Anton mit. 2010 hat Zams noch mit einem Verschuldungsgrad von 30,9 Prozent bilanziert.
Mehreinnahmen zum Teil in unerwartetem Ausmaß hat die Gemeinde vor allem bei der Kommunalsteuer erzielt. 1,03 Mio. Euro waren budgetiert, doch letztlich landeten 142.000 Euro mehr als erwartet in der Gemeindekasse. Dabei liefert der größte Zammer Betrieb – das Krankenhaus St. Vinzenz als öffentlicher Dienstgeber mit rund 600 Beschäftigten – keine Kommunalsteuer ab. Der Löwenanteil dieser Steuer kommt demnach von den Handels- und Gewerbebetrieben – einige Großbetriebe befinden sich derzeit auf Wachstumskurs.
Aber auch die Abgabenertragsanteile des Bundes, die Grundsteuer B sowie Mehreinnahmen bei den Wasser- und Kanalgebühren ließen die Kasse etwas lauter klingeln als vermutet. „Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 858 Euro“, resümierte der sichtlich zufriedene BM Siggi Geiger. Zum Rechnungsabschluss 31. Dezember 2011 erzielte Zams einen Überschuss von 442.000 Euro. Geiger schlug vor, einen Teil davon für die Abdeckung der hohen Kosten des Winterdienstes zu verwenden.
„Das größte Potenzial bei den Einnahmen liegt weiterhin in der Kommunalsteuer“, stellte Venier fest, „auch mit den Ertragsanteilen des Bundes können wir zufrieden sein. Nur wird das nicht immer so weitergehen.“ Im Zuge des bundesweiten Sparpaketes müsse die Gemeinde noch einige Grausamkeiten befürchten.
Der erfreuliche Haushaltsabschluss biete keinen Anlass für Übermut, bemerkte VBM Josef Reheis (ÖVP). „Der Verschuldungsgrad wird bereits 2012 wieder steigen.“ Für GR Georg Steinwender (AZL) ist die Gemeinde „mit einem blauen Auge davongekommen“. Auch Herbert Frank (SPÖ) sprach von einem guten Ergebnis, welches die Mandatare letztlich einstimmig verabschiedeten.
Nicht zugestimmt hat Steinwenders Liste allerdings bei der Entlastung von BM Geiger als Rechnungsleger. Der Listenchef begründete das so: „Wir erwarteten, dass uns der Bürgermeister bei Auftragsvergaben künftig besser informiert.“



