20.06.2012, 10:20  Aktualisiert: 20.06.2012, 15:54 
EURO-Ticker 2012

Collina: „Ball war hinter der Linie“, vermisster irischer Fan tot geborgen

Hier erfahren Sie die letzten Infos von den Teams und bunte Splitter rund um das EM-Turnier.
John Terry rettete für England hinter der Linie, der Treffer zählte aber nicht.
Foto: EPA

Splitter zur Fußball-Europameisterschaft 2012

Traurige Gewissheit: Ein in Polen vermisster irischer Fußball-EM-Fan ist offenbar tot gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Mittwoch, Taucher in Bydgoszcz hätten den Leichnam eines jungen Mannes aus dem Fluss Brda in der Innenstadt geborgen. Seine Familie werde möglicherweise noch am Mittwoch nach Polen kommen, um ihn zu identifizieren.

Das polnische Fernsehen berichtete unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft, der Mann habe die Papiere des Vermissten bei sich getragen. Der 21-Jährige wurde seit der Nacht auf Sonntag vermisst. Gegen 1.00 Uhr hatte er sich nach einem gemeinsamen Abend von seinen Freunden getrennt.

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Torklau III: UEFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina hat das nicht gegebene Tor von Fußball-EM-Gastgeber Ukraine gegen England als Fehler bezeichnet. „Sie haben recht, der Ball war hinter der Linie. Es war ein menschlicher Fehler, verursacht durch einen Menschen“, betonte der Italiener am Mittwoch in Warschau.

„Es gab drei Torsituationen während der EM, bei denen der Torrichter einen wesentlichen Beitrag zur eigentlichen Entscheidung des Haupt-Referees gab. Zwei waren sehr korrekt, leider war die dritte Entscheidung falsch.“ Collina wies aber auch darauf hin, dass es nicht einfach war, das richtige Urteil zu fällen. „Wir sprechen über ein paar wenige Zentimeter“, merkte der 52-Jährige an.

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Geschichtsträchtig: Schwedens Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic geht als erster Doppel-Torschütze bei drei EM-Endrunden in die Geschichte der Fußball-Europameisterschaft ein. Mit seinem spektakulären Seitfallzieher zur Führung beim 2:0-Sieg über Frankreich gelang Ibrahimovic am Dienstagabend in Kiew sein zweiter Treffer im laufenden Turnier. Es bleibt auch sein letzter, da die Schweden schon zuvor das Viertelfinale verpasst hatten. Auch bei der 1:2-Niederlage zum Auftakt gegen Co-Gastgeber Ukraine war der Torjäger erfolgreich.

Bei der Endrunde 2004 in Portugal gelang dem Profi des AC Milan in der Gruppenphase ein Tor beim 5:0 über Bulgarien und der 1:1-Ausgleich gegen Italien. Im Viertelfinale kam jedoch das Aus gegen die Niederlande. Vor vier Jahren erzielte Ibrahimovic die Führung beim 2:0 in Salzburg über Griechenland und Schwedens einziges Tor bei der 1:2-Niederlage in Innsbruck gegen den späteren Europameister Spanien. Auch damals war wie dieses Mal in der Gruppenphase Schluss.

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Real Madrid: Real Madrid ist als einziger Verein im Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft mit elf Profis vertreten. Alle elf Fußballer der „Königlichen“, die mit ihren Nationalmannschaften zur EM nach Polen und in die Ukraine gefahren waren, überstanden die Phase der Gruppenspiele und zogen in die Runde der letzten Acht ein.

Wie der spanische Rekordmeister am Mittwoch auf seiner Homepage betonte, übertrafen die Madrilenen damit den FC Bayern München, der ursprünglich zwölf Spieler zur EM geschickt habe. Die drei Bayern-Profis Danijel Pranjic (Kroatien), Arjen Robben (Niederlande) und Anatoli Timoschtschuk (Ukraine) verpassten jedoch den Einzug ins Viertelfinale.

Von den elf Real-Fußballern bei der EM spielen fünf für Spanien (Iker Casillas, Sergio Ramos, Raúl Albiol, Alvaro Arbeloa und Xabi Alonso), drei für Portugal (Cristiano Ronaldo, Pepe und Fabio Coentrão), zwei für Deutschland (Mesut Özil und Sami Khedira) und einer für Frankreich (Karim Benzema).

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Torklau II: Nach dem Torklau von Donezk hat FIFA-Boss Joseph Blatter erneut vehement die Einführung technischer Hilfsmittel gefordert. „Nach dem Spiel der vergangenen Nacht ist die Torlinien-Technologie keine Alternative mehr, sondern eine Notwendigkeit“, teilte der Chef des Fußball-Weltverbandes am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

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Deutschland: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Freitagabend beim EM-Viertelfinalspiel Deutschland gegen Griechenland in Danzig auf der Tribüne sitzen. Dies kündigte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter am Mittwoch in Berlin an.

Damit wird Merkel erstmals bei der Europameisterschaft 2012 bei einem Spiel der deutschen Mannschaft dabei sein. Bei den Gruppenspielen in Polens Mitgastgeberland Ukraine hatte die Kanzlerin noch auf einen Besuch verzichtet.

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Torklau I: Der ukrainische Teamchef Oleg Blochin tobte an der Seitenlinie und schrie wild gestikulierend auf den vierten Offiziellen ein. Superstar Andrej Schewtschenko rannte nach dem Schlusspfiff wutentbrannt auf den ungarischen Torrichter und anschließend auf Schiedsrichter Viktor Kassai zu. „Wir waren besser, wir hatten die besseren Chancen“, schimpfte Blochin. „Die Schiedsrichter haben uns ein Tor gestohlen, das war ein klarer Treffer.“

Nach den Polen schied damit auch der zweite Gastgeber der ersten Fußball-Europameisterschaft im ehemaligen Ostblock schon nach der Gruppenphase aus. Was die Gemüter der Ukrainer so erregte, war eine Szene nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit und eine fatale Fehlentscheidung der zuvor noch so gepriesenen Torrichters.

Es lief die 62. Minute in der Donbass Arena in Donezk. Ein Schuss des ukrainischen Angreifers Marko Devic senkte sich über Englands Schlussmann Joe Hart hinweg Richtung Tor. Der Ball überquerte anschließend knapp, aber doch deutlich für alle Fernsehkameras sichtbar mit vollem Umfang die Linie, bevor ihn Englands Routinier John Terry wieder zurück ins Feld schoss.

Was die TV-Bilder einfingen, was alle Menschen im Stadion später zu sehen bekamen und was als DIE Fehlentscheidung dieser EM in die Rückblicke eingehen wird, hatte der Torrichter nicht erkannt, obwohl er die Linie perfekt im Blick gehabt hatte. „Das ist eine Tatsachenentscheidung“, meinte der sichtlich erleichterte Hart lapidar. Das Spiel lief weiter, die Ukraine war um den verdienten Ausgleich gebracht - und musste sich am Ende nach dem 0:1 durch das Tor von Wayne Rooney von der Heim-EM verabschieden.

Für die Turnierstimmung ist dieses Ausscheiden ein herber Verlust, für die Europäische Fußball-Union (UEFA) ein schwerer Rückschlag. Bis zum letzten Spieltag der Gruppenphase hatten sie in der UEFA von Schiedsrichterchef Pierluigi Collina bis zu Präsident Michel Platini noch alle das erstmals bei einer großen Veranstaltung getestete System mit den sogenannten „additional assistant referees“ gepriesen.

„Das ist das Turnier mit den besten Schiedsrichterleistungen bisher“, hatte Platini noch am Montag in seiner Zwischenbilanz gesagt und seine Kritik an der von der FIFA favorisierten Torlinientechnologie erneuert. „Man braucht solche Systeme nicht, Technik, Satellit, GPS oder Chip im Ball“, hatte der Franzose betont und gesagt, dass das legendäre nicht-gegebene Tor von Frank Lampard im Spiel gegen Deutschland bei der WM 2010 in Südafrika mit einem Torrichter auf alle Fälle erkannt worden wäre. „Weil es sein Job ist, zu sehen, ob der Ball hinter der Linie ist“, bekräftigte Platini.

Nur einen Tag später sollte ihn diese Aussage einholen. Denn beim nicht gegebenen Tor der Ukraine tauchte wieder die Frage auf, warum es bei der EURO Torrichter gibt, wenn diese trotz bester Sicht auf das Geschehen - wie schon in mehreren Europacup-Matches zuvor - in kritischen Momenten versagen.

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Ukraine: Der ukrainische Regierungschef Nikolai Asarow hat trotz des frühen EM-Ausscheidens die Mannschaft des Co-Gastgebers gelobt und das Turnier als großen Erfolg für das Land bezeichnet. Dem Team bescheinigte er nach dem 0:1 gegen England, es habe sich bis zum Schluss um den Sieg bemüht und sei ein Opfer von Pech und eines menschlichen Fehlers geworden. Das Aus nach der Vorrunde bei der Fußball-Europameisterschaft nahm Asarow gelassen. „Man sollte daraus keine Tragödie machen“, erklärte er am Mittwoch bei einer Regierungssitzung in Kiew.

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mi, 20.06.2012  10:20
aktualisiert: Mi, 20.06.2012  15:54
EM 2012 - Rückblick
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