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Formel 1

Mercedes-Glücksgriff Hamilton: Auf Schumi fehlt nur Platz fünf

Lewis Hamilton könnte am Wochenende in Bahrain im erst vierten Grand Prix des Jahres bereits die Punktemarke von Ex-Mercedes-Pilot Michael Schumacher aus der Vorsaison knacken.

Sakhir - Eigentlich hatte er sich auf ein Lehrjahr bei Mercedes eingestellt. Dank der wiedergefundenen Stärke des deutschen Werksteams befindet sich Neuzugang Lewis Hamilton aber plötzlich mitten im Formel-1-Titelkampf. Sollte der Brite am Sonntag (14.00 Uhr MESZ/live ORF eins, RTL und Sky) im umstrittenen Grand Prix von Bahrain auch nur Platz fünf belegen, hätte er die Punkte-Ausbeute seines Vorgängers Michael Schumacher aus dem Vorjahr bereits nach vier Rennen übertroffen.

Hamilton war 2008 bereits in seinem zweiten Formel-1-Jahr Weltmeister. Sechs Jahre war er für McLaren gefahren, kein einziges davon ohne Rennsieg, ehe er sich zu einer neuen Herausforderung entschloss. „Zu Beginn hat jeder gesagt, dass ich die schlechteste Entscheidung getroffen hätte, die ich wohl in meinem Leben hätte treffen können. Aber je mehr wir beeindrucken können und uns verbessern, desto mehr müssen sie ihre Meinung korrigieren“, sagte Hamilton nicht ohne Genugtuung.

In den ersten drei Saisonrennen landete der 28-Jährige auf den Rängen fünf, drei und drei. Zuletzt in China stand er sogar auf Pole Position, lediglich die schnell abbauenden Reifen am Mercedes kosteten ihn seine Siegchance. Dabei hatten die Silberpfeile in den drei Jahren davor seit der Übernahme von Brawn GP nur ein einziges Rennen gewonnen - durch Hamiltons neuen Teamkollegen Nico Rosberg 2012 in China.

49 Punkte hatte Vorgänger Schumacher, der alternde Rekordweltmeister, in den 19 Rennen der vergangenen Saison geholt - wenn auch in einem nicht so wettbewerbsfähigen Auto. Hamilton hält nach drei Grand Prix für Mercedes bereits bei deren 40, liegt auf dem vierten WM-Rang. „Es gibt aber noch Bereiche, in denen wir uns verbessern müssen, um den Abstand zu den schnellsten Autos zu verkleinern“, betonte Hamilton.

Der Engländer ist hungrig. Mittlerweile scheint er auch sein Temperament etwas in den Griff bekommen zu haben. Unüberlegte, ungestüme Aktionen auf der Strecke, wie sie in den vergangenen Jahren bei McLaren dazugehört hatten, hat sich Hamilton bei Mercedes noch nicht geleistet. Das schätzt auch die sportliche Führung. „Lewis ist jetzt am Höhepunkt seiner Karriere oder kurz davor“, meinte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. (APA)