Trotz 94 Prozent flog Plattner verärgert nach Mauritius
Von Wolfgang Müller
Innsbruck – Das Geschäftsjahr bilanzmäßig mit einem Plus abgeschlossen, das immer noch stattliche, wenn auch abgesicherte negative Eigenkapital auf 1,1 Millionen Euro reduziert. Dazu der alte Vorstand entlastet und eine neue Führungsriege gewählt – eigentlich hätte Kaspar Plattner gestern zufrieden in den Urlaub auf Mauritius fliegen können. Zumal er als Boss des FC Wacker mit 94 Prozent (116 von 123 abgegebenen Stimmen) mit einer satten Mehrheit für die nächsten drei Jahre wiedergewählt wurde. Doch der finale Akt der Generalversammlung sorgte für Verstimmung. Der Antrag, dass der Chef des Tiroler Fußball-Bundesligaklubs in Zukunft nicht mehr als Obmann, sondern als Präsident tituliert wird, erhielt nicht die vorgeschriebene Zustimmung. 71 von 117 abgegebenen Stimmen waren zu wenig.
„Es ist zwar nichts Weltbewegendes, aber ärgern tut es mich schon“, erklärte Plattner nach der Generalversammlung im Congress Innsbruck. Zumal in der ruhmreichen Wacker-Vergangenheit stets Präsidenten an der Spitze standen und es – so Plattner weiter – einfach einen Unterschied macht, wenn man als Präsident und nicht „nur“ als Obmann bei Sponsoren vorstellig wird.
Doch angesichts seines Vorstandsteams mit Hannes Bodner, Franz Thurner, Martin Weberberger sowie Dieter Bader und des engagierten Clubmanagements um Geschäftsführer Gerald Schwaninger, der präsentierten Zahlen und optimistischen Zukunftsprognosen, war Plattners Ärger schnell verraucht. Der Appell an die Mitglieder fiel dementsprechnd kurz und eindeutig aus: „Wir müssen uns nach oben orientieren.“
Das war zugleich Auftrag an die sportliche Abteilung als auch Befehl, die Wirtschaftlichkeit künftig zu garantieren. Eine klare Ansage des Chefs. Egal, ob nun Obmann oder Präsident auf seiner Visitenkarte steht.



