20.04.2012
Bundesliga

Stürmer Burgic steht in Wackers Problemzone vor dem Aus

Martin Svejnoha bleibt eine weitere Saison Teil der Wacker-Defensive. Die wahre Debatte dreht sich in Innsbruck aber seit Jahren um den Sturm.
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Wackers Torjäger

1. Bundesliga-Saison 2004/05: Wolfgang Mair und Samuel Koejoe (je 12). 2005/06: Aganun Olushola, Milan Pacanda (je 7). 2006/07: Vaclav Kolousek, Andreas Hölzl, Marcel Schreter, Aganun Olushola (alle 4), Jiri Masek (3). 2007/08: Peter Orosz (9)/Abstieg. Wiederaufstieg 2010/11: Marcel Schreter (10), Julius Perstaller (8), Miran Burgic (6). 2011/12 (nach 30 Runden): Miran Burgic, Carlos Merino, Christopher Wernitznig (je 5).

Von Alex Gruber

Innsbruck – Die gute Nachricht vorweg: Nach konstant guten Frühjahrsleistungen verlängerte der FC Wacker Innsbruck mit dem tschechischen Innenverteidiger Martin Svejnoha um ein weiteres Jahr. Was laut Sportdirektor Oliver Prudlo – mit Blick aufs (enge) Geldbörserl – aber nicht automatisch heißen muss, dass die Zeit von seinem spanischen Kollegen Iñaki Bea abgelaufen sei.

Sechs Runden vor Schluss scheint aber die Zeit von Speerspitze Miran Bugic, der in Walter Koglers 4-1-4-1-System oft den ballsichernden Prellbock mimte, in Innsbruck zu Ende zu gehen. Der 27-jährige Slowene rechnet mit Blick auf die engeren Finanzen nicht mehr ganz damit, dass die sportliche Führung bis 30. April die Option auf eine einjährige Vertragsverlängerung zieht: „Bis jetzt ist nichts passiert. Ich denke nicht, dass ich dableiben werde. Das Budget wird ja auch kleiner. Und zwei und zwei ist bekanntlich vier.“

Von sentimentalen (Abschieds-)Gefühlen ist Burgic aber weit entfernt, der Job als Fußballprofi kommt ja keinem Engagement am Ponyhof gleich: „Es ist kein Problem für mich. Was soll ich machen? Wenn sie die Option nicht ziehen, suche ich mir einen neuen Verein“, hält der Mittelstürmer fest. Das System in Innsbruck habe ihn gelehrt, aufs Kollektiv zu blicken: „Die vergangenen beiden Saisonen war nie ein einziger Spieler, sondern das Team wichtig“, weiß er, dass ein Klub wie Wacker sein Heil nicht in Einzeldarstellern und bedingungsloser Offensive suchen kann.

Oft muss sich Burgic im Sturmzentrum aber ziemlich alleine gefühlt haben. Ein Schicksal, das in den vergangenen Jahren in Innsbruck auch andere Kollegen teilten. Seit dem Wiederaufstieg – Sammy Koejoe bzw. Wolfi Mair trafen für den FC Wacker Tirol 2004/05 je zwölf Mal – suchte der Traditionsklub jahrelang einen Knipser, der zweistelliges Format erreicht, ehe Marcel Schreter in der Wiederaufstiegssaison 2010/11 mit einem unglaublichen Lauf im Herbst bereits im März 2011 bei zehn Treffern hielt. Danach setzte seine Irrsinnsflaute ein.

Wackers Suche nach dem Knipser wird – beim prognostizierten Abschied von Burgic – auch in der kommenden Transferperiode wieder der Suche nach einem verlorenen Sohn gleichen, der zwar nicht allzu viel kosten, aber umso mehr können soll. Die Luft in der Bundesliga ist auf längere Sicht an vorderster Front auch ziemlich dünn.

Beim Heimspiel gegen Wiener Neustadt könnte Kogler wieder wie zuletzt mit dem Trio Schreter, Christopher Wernitznig und Julius Perstaller stürmen. 29 Treffer – nur Kapfenberg (18) und Wr. Neustadt (21) haben weni-ger erzielt – sind ausbaufähig.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 20.04.2012
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