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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 18.04.2013

Kirchler bleibt an Bord

Sportdirektor und Trainer beim FC Wacker in Personalunion, dazu Mahner: Roland Kirchler (42) soll schon während des Abstiegskampfs die Vereinszukunft gestalten. Plan A und Plan B sind ausgearbeitet

Von Florian Madl

Innsbruck – Eben schnell zuhause zu Mittag essen, schon wieder im Wacker-Büro, um mit Clubsekretär Georg Feistmantl an einem Zukunftskonzept zu arbeiten, dann noch schnell das Training im Hinblick auf das anstehende Ried-Spiel (Samstag, 18.30 Uhr, Tivoli) leiten: Roland Kirchler ist dieser Tage ein Getriebener: „Ich mache das gerne, auch wenn es die doppelte Arbeit ist. Für mich bleibt es ein Freundschaftsdienst.“ Geld bekomme er für den Mehraufwand keines.

Damit der Tiroler allerdings nicht an einem Konzept tüftelt, das ein anderer umsetzt, deponierte Kirchler gestern die Frage nach seiner Zukunft bei Vereinspräsident Kaspar Plattner. Der könnte schon vor einer Vorstandssitzung am kommenden Dienstag eine Entscheidung vorliegen haben, vielleicht sogar schon heute: „Ich denke, er ist der richtige Mann für uns. Schließlich wäre er auch im Falle eines Abstiegs dabei“, bekräftigte der Natterer. Für das Spiel gegen Ried, eines von sieben ausstehenden Entscheidungsspielen um den Klassenerhalt, wäre es das richtige Signal.

Roland Kirchler drängt auf eine Entscheidung: „Ich will Gewissheit haben, ob man auch in der kommenden Saison mit mir plant.“ Der Wattener könnte auch mit Plan B, dem Abstiegsszenario, umgehen, auch wenn er nicht daran glaubt. „Aber mir liegt der Tiroler Fußball am Herzen. Und ich denke, ich habe Ahnung genug davon, wie man weitermachen könnte.“ Man habe die Unterstützung der Politik, weitere fünf Jahre auf das alte Sponsorpaket zurückzugreifen.

Und man habe – was Trainer Roland Kirchler besonders freut – die Unterstützung der Fans von der Tivoli-Nordtribüne: „Die stehen wie ein Mann hinter uns, auch wenn es derzeit nicht viel zu feiern gibt.“

Sicherheit brauchen im Abstiegskampf vor allem seine Spieler: „Jeden Tag kommen welche zu mir und fragen mich, wie es weitergeht; ob ich auch in Zukunft der Trainer bin. Ich kann ihnen derzeit leider wenig sagen.“ Mit seiner Vertragsverlängerung könnte er sich auch um die seiner Spieler kümmern. Zwar würden auch im Falle des Abstiegs einige Kontrakte auslaufen, aber „das Kartenhaus bricht deshalb nicht zusammen“. Kirchler glaubt weiter an den Klassenerhalt. Die Arbeit, auch die Mehrarbeit, bereite ihm Freude. „Ich sehe Licht am Ende des Tunnels“, beharrt er. Und sollte es mit dem Sieg gegen Ried klappen, gilt das wohl auch für viele andere.