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Letztes Update am AGT-APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe

Designierter Wacker-Präsident

„Wirtschaftlichkeit geht beim FC Wacker vor dem Sporterfolg“

Josef Gunsch will ein Drei-Phasen-Programm für die Weiterentwicklung und Sanierung des Tiroler Traditionsklubs umsetzen.

Thaur – Josef Gunsch, Gesellschafter und Geschäftsführer des Tiroler Unternehmens Physiotherm, ist der designierte neue Präsident des FC Wacker Innsbruck. Bei der außerordentlichen Generalversammlung am 2. August soll er von den Wacker-Mitgliedern zum neuen Chef und damit zum Nachfolger von Kaspar Plattner, der dreieinhalb Jahre im Amt war, gewählt werden. „Die Wirtschaftlichkeit geht vor dem sportlichem Erfolg“, erklärte Gunsch sein Motto am Montag auf einer Pressekonferenz.

„Trotz Baustellen gute Basis“

Gunsch schilderte dabei seine klaren Vorstellungen, wie der Tiroler Traditionsverein, der Anfang Juli seinen hundertsten Geburtstag gefeiert hatte, in den kommenden fünf bis zehn Jahren wieder an der österreichischen Spitze mitspielen soll. In den letzten sechs Wochen freundete sich Gunsch mit dem Gedanken an, der kommende Wacker-Präsident zu sein und unterzog den Verein zusammen mit Mitarbeitern von Physiotherm einer Risikoprüfung. Dabei habe Plattner alles offengelegt. „Die Basis ist gut, auch wenn es einige Baustellen gibt“, erklärte Gunsch nach Gesprächen mit Sponsoren, Mitarbeitern, Vorständen und Faninitativen.

Das Hauptergebnis seiner Analyse: Die Budgetziele wurden nicht erreicht. „Wir müssen den Verein auf eine wirtschaftliche Basis stellen und sanieren“, sagte Gunsch. Auch das Image des Klubs in der Öffentlichkeit und bei Wirtschaftstreibenden (möglichen Sponsoren) sei nicht das beste und gehöre verbessert. „Wir müssen zeigen, dass Wirtschaftlichkeit beim FC Wacker möglich ist und Vertrauen aufbauen. Ich bin überzeugt, den Verein zu führen wie ein Unternehmen.“

„Brauchen operativen Vorstand“

Konkret schwebt Gunsch die Installierung eines sechs- statt wie in den Statuten vorgesehenen fünfköpfigen Vorstands vor, wobei jedes Mitglied klar umfasste Aufgabengebiete hat. „Wir brauchen einen operativen Vorstand“, forderte Gunsch zweieinhalb Wochen vor seiner Inthronisierung. Vorläufig will er den Verein mit einem Sparkurs von sechs Millionen Euro (3,7 Millionen für die Kampfmannschaft) weiterführen.

Gunsch denkt an ein Programm in drei Schritten. Zuerst die Sicherungsphase mit neuem Vorstand und der Installation einer Vertriebsabteilung für VIPs, Sponsoren, öffentliche Hand und Fans. Dann die Stabilisierungsphase mit der Schaffung von Kontrollinstrumenten und regelmäßigen Reports an die Sponsoren. Und schließlich die Wachstumsphase, in der sich Gunsch für die kommende Saison ein „besseres Mittelfeld“ erwartet, um in den nächsten Jahren oben mitzuspielen.

Bekenntnis zum Mitgliederverein

„Ich weiß, das ist kein Honiglecken, aber wir nehmen die Herausforderung an und werden die Ärmel hochkrempeln“, sagte Gunsch, der sich auch zum Mitgliederverein FC Wacker bekannte. „Da bin ich sehr basisdemokratisch“. Skeptisch sieht Gunsch jedoch die von der öffentlichen Hand für eine Finanzspritze vom ehemaligen Vorstand geforderte Ausgliederung des Profibetriebes in eine GesmbH. „Wir sind ein neuer Vorstand, wir verhandeln neu, sind aber auf einem guten Weg“, ist Gunsch optimistisch.

Ebenso wie auch die sportliche Seite. Mit dem Hype vom geschaffenen Last-Minute-Klassenerhalt in Wolfsberg sei eine Weiterentwicklung der Mannschaft möglich. Auch ist Gunsch froh, dass Trainer Roland Kirchler seine Vorstellungen und den Sparkurs mitträgt und zumindest in der kommenden Saison in Personalunion auch als sportlicher Leiter agiert. „Unser Mission ist, für die Jugendarbeit im ganzen Land da zu sein und Vorbild für die Jugend und Kinder zu sein“, sagte Gunsch.

Josef Gunsch ist 38 Jahre alt und dreifacher Familienvater, dessen Kinder vier und zwei Jahre sowie acht Monate alt sind. Gunsch ist seit fünfzehn Jahren für die seit 1995 existierende Tiroler Firma Physiotherm tätig und seit zehn Jahren Gesellschafter und deren Geschäftsführer. Physiotherm mit Hauptsitz in Thaur bei Innsbruck hat sechzig Filialen und stellt mit seinen 220 Mitarbeitern Infrarotkabinen für den privaten als auch gewerblichen Gebrauch her. (APA)