Eine Gelb-Wette und ihre Folgen
Von Thomas Mair
Telfs – Die Rückkehr zu seinem Heimatverein SV Telfs hatte sich Stürmer Martin Krismer anders vorgestellt. 203 Minuten stand der 27-Jährige in vier UPC-Tirol-Liga-Partien am Spielfeld und hat neben einem Treffer bereits zwei Platzverweise zu Buche stehen. Die glattrote Karte am vergangenen Freitag gegen Kematen erhitzte allerdings die Gemüter von Schiedsrichterteam, Betreuern und Fans. Minuten nach seiner Auswechslung soll der Bankangestellte Schiedsrichter Daxauer beleidigt haben.
Aber der Reihe nach: In Minute 78 verließ Krismer für Marvin Kranebitter das Feld und grinste in Richtung Christian Glatz. „Kannst mir gleich einen Zehner geben, weil ich keine gelbe Karte bekommen habe“, freute sich der Torschütze über die scheinbar gewonnene Privatwette gegen seinen Co-Trainer. „Du kannst immer noch eine bekommen“, machte ihn daraufhin Schiedsrichter-Assistent Gregor Danler aufmerksam, dass er auf der Bank verwarnt werden kann.
Sieben Minuten später sollte sich der Hinweis des Unparteiischen bewahrheiten: Nach einer elfmeterreifen Szene für die Hausherren entschied Schiedsrichter Michael Daxauer auf Stürmerfoul, weshalb der Telfer Emat kochte. Auch Krismer sprang auf und fluchte in Richtung grünem Rasen. Danler wertete aus der Entfernung die verbale Entgleisung des Ausgewechselten als Schiedsrichterbeleidigung und kontaktierte Daxauer, der dem Ausgewechselten die rote Karte zeigte. „Mein Fluchen war nur auf die Situation bezogen und niemals in Richtung des Schiedsrichters gedacht“, ist sich Krismer keiner Schuld bewusst.
„Das ist mein Job, da gibt es kein Pardon“, entgegnete Bundesliga-Assistent Danler: „Wenn ich solche Ausdrücke höre, muss ich handeln.“ „Wenn das eine Schiedsrichterbeleidigung war, dann müsste es in jedem Spiel viele Platzverweise geben“, war es für Krismer ein alltägliches Fluchen, das eine längere Sperre nach sich ziehen wird. Und auf Privatwetten wird er wohl auch verzichten, um keinen weiteren Ausschluss auf der Bank heraufzubeschwören.



