Ernüchterung in der Silberstadt
Von Tobias Waidhofer
Schwaz – Verkehrte Welt. Noch letzte Saison wäre ein Auswärtssieg des SVI bei Schwaz, wie am gestrigen Sonntag, in die Kategorie Sensation eingeordnet worden. Doch mit der Tabellenführung stieg auch das Selbstvertrauen der Innsbrucker. „Der Erfolgslauf geht weiter. Wir haben über das ganze Spiel gesehen eine gute Leistung geboten und verdient gewonnen“, jubelte Erfolgstrainer Hans Glabonjat, der es sich mit seiner Mannschaft nun eine weitere Woche am Platz an der Sonne gemütlich machen kann.
Gemütlich wird es sich in der kommenden Woche in Schwaz wohl keiner machen. Wieder einmal jede Menge Eigenfehler hatte Trainer Martin Hofbauer bei der 2:4-Schlappe gegen den SVI gesehen. „Wir machen uns das Leben mit individuellen Schnitzern selbst sehr schwer. Und wenn du einmal unten in der Tabelle drinstehst, dann läuft auch vieles gegen dich. Es ist momentan einfach schwierig“, weiß der erfahrene Ex-Matreier. Er weiß auch, wo es jetzt den Hebel in der Silberstadt anzusetzen gilt: „Jeder Spieler muss individuell an sich arbeiten. Dann kommen auch solche Eigenfehler in diesem Ausmaß nicht mehr vor.“
Noch trister ist die Situation allerdings in St. Johann. „Ich glaube, wir wollen Axams noch schlagen“, reagierte St. Johann-Trainer Herbert Sevignani mit Galgenhumor auf die 2:6-Niederlage in Telfs. Mit 31 Gegentoren fehlen zwar noch ein paar Stück auf Schlusslicht Axams (42) – trotzdem ist die Lage in St. Johann besorgniserregend. „Momentan lässt die ganze Mannschaft in der Defensivarbeit jegliche Tiroler-Liga-Reife vermissen“, weiß auch Sevignani um den Ernst der Lage. Telfs-Trainer Wolfgang Schwarz durfte sich hingegen freuen. „Ein klarer Sieg, den wir schon in der ersten Halbzeit klarmachen hätten müssen“, analysierte der Ex-Axams-Trainer.
Bereits am Samstag siegte Absteiger Reichenau bei Aufsteiger Völs mit 1:0. Dass die Innsbrucker für den Sieg beim Außenseiter ein Eigentor von Abwehrhüne Damir Djulic brauchten, war bezeichnend für die beeindruckende Defensive des Aufsteigers aus der Landesliga West. Erst acht Gegentore, in gleich vielen Spielen, musste der Abwehrverbund der Völser hinnehmen. Noch besser wäre die Bilanz, wenn der Ausrutscher in Kolsass nicht passiert wäre. Beim 5:5 am zweiten Spieltag setzte es gleich fünf Gegentore in einem Spiel. Vielleicht sollten St. Johann, Axams und Co. einmal einen Blick nach Völs richten.



