Junger Trainer und „alter Hase“ regieren in Völs
Von Benjamin Kiechl
Völs – Die Aufregung um den Nasenbeinbruch von Reutte-Mittelfeldspieler Oleg Weber im Tiroler-Liga-Schlager zwischen Völs und Reutte war groß. Doch auch die Leistung von Völs beim 3:0-Heimsieg sorgte bei den Gästen für Stirnrunzeln: Was macht den Aufsteiger bloß so stark?
„Die Gemeinschaft“, antwortet Völs-Trainer Christian Putschner wie aus der Pistole geschossen. „Unsere Spieler haben alle dasselbe Niveau. Sollte jemand ausfallen, können wir ihn meist 1:1 ersetzen.“ Gegen Reutte musste Damir Djulic passen. „Er hatte schon die ganze Woche Probleme mit der Achillessehne“, erzählt Putschner. An ein Auflaufen war also nicht zu denken, denn selbst die Dienste von Masseurin Katrin Frötscher halfen nicht. Aber auch ohne Djulic dirigierte Putschner seine Mannschaft auf die Siegerstraße.
Oder war es der „alte Hase“ Christoph Aschenwald? Das Gerücht, der sportliche Leiter würde bei Völs die Fäden ziehen, lässt der Trainer so nicht stehen: „Ich habe das letzte Wort, wenn es um die Aufstellung geht“, stellt er klar. Einen erfahrenen Mann wie den ehemaligen Wacker-Nachwuchsleiter Aschenwald an der Seite zu haben, sieht Putschner sogar als Vorteil: „Ich profitiere von ihm. Christoph ist erfahren in der Trainingsplanung.“ Auch sei es hilfreich, wenn er beim Spiel Anweisungen gibt. Für den mit 27 Jahren besonders jungen Cheftrainer steht jedenfalls fest: „Niemand kann in Tirol so vermessen sein und auf diese Hilfe verzichten.“
In das Traineramt war Putschner, der gerade sein Jus-Doktoratsstudium abschließt, zufällig gerutscht: „Eigentlich hatte ich nach einem Kreuzbandriss mit Fußball abgeschlossen.“ Jetzt gibt er mit Aschenwald den Ton an.


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