20.03.2012, 13:13 
Formel 1

Mercedes in Malaysia: Training unter Rennbedingungen

Die Silberpfeile wollen die Probleme mit dem Abbau der Reifen in den Griff bekommen.
Michael Schumacher hatte im Rennen von Melbourne mit seinem Boliden zu kämpfen.
Foto: EPA

Sepang – Der neue „Silberpfeil“ soll mit Rennhärte im Training auf Kurs gebracht werden. Vor den Augen der Teamsponsoren des Ölkonzerns Petronas in Malaysia will der Formel-1-Rennstall Mercedes nicht eine weitere Enttäuschung wie beim Saisonauftakt in Australien erleben. „Wir werden in Sepang in den Trainingssitzungen am Freitag und Samstag so viel wie möglich unter Rennbedingungen testen, um uns so bestmöglich auf das Rennen vorzubereiten“, kündigte Motorsportchef Norbert Haug in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa vor dem Grand-Prix in Sepang an.

„Vor dem Rennen nicht damit gerechnet“

Das Problem ist der Umgang des Mercedes F1 W03 mit den Reifen. In Melbourne war der Verschleiß im Rennen zu groß, obwohl Rekordweltmeister Michael Schumacher und Nico Rosberg das Potenzial des Boliden in der Qualifikation mehr als nur angedeutet hatten. Im Rennen fehlte Rosberg dann aber rund eine halbe Sekunde, Schumacher schied wegen eines Getriebeschadens vorzeitig aus. „Wir rechneten vor dem Rennen nicht mit diesem Problem“, bekannte Haug zum verschwenderischen Umgang mit den Pneus.

Nun kommt ein Kurs, der die Reifen richtig hart fordert. Hersteller Pirelli rüstet die Teams deswegen extra mit dem sogenannten P Zero Silver aus. „Dem härtesten und haltbarsten Reifen“ im Formel-1-Sortiment, wie die Italiener mitteilten. „Malaysia ist eine der größten Herausforderungen, die wir im Jahr haben“, erklärte Pirellis Motorsportchef Paul Hembery. Das liegt zum einen an der Strecke, zum anderen am Wetter. Beides zusammen ergibt eine heiße Mischung. „Wir können Streckentemperaturen bis zu 50 Grad erwarten“, meinte Hembery. Hinzu kommt die stete Gefahr von wolkenbruchartigem Regen.

„Haben nicht die richtige Richtung getroffen“

Von der richtigen Reifenwahl zum richtigen Zeitpunkt und dem schonenden Umgang mit den Walzen wird daher einiges abhängen. In der vergangenen Saison hatte Ferrari mit dem Abbau der Gummis an seinem Wagen zu kämpfen, in dieser noch ganz jungen Saison ist es Mercedes. „Unser Team arbeitet an der Analyse“, bekräftigte Haug. Möglicherweise hätten kleine Abstimmungsveränderungen „nicht die richtige Richtung getroffen“, meinte der Motorsportchef des deutschen Autobauers, der nach dem Qualifying durchaus noch von einem Podestplatz hatte träumen dürfen. Schumacher war auf Startrang vier gekommen und im Rennen an dritter Stelle liegend ausgeschieden. (APA/dpa)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Di, 20.03.2012  13:13
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