Fürs Verlieren bezahlt werden
Von Beate Öttl und Carmen Lengauer
Innsbruck – „The athletes get payed to lose on purpose.“ – „Die Athleten werden bezahlt, damit sie absichtlich verlieren“, sagt Christelle Correia. Besonders die jungen Sportler, glaubt das Mitglied der olympischen Ethikkommission, seien für Wettbetrüger leichte Beute. Grund: Die Jugendlichen seien noch zu wenig aufgeklärt, zudem würde sich diese neue Form der Kriminalität übers Internet leicht verbreiten lassen.
Das Internationale Olympische Komitee betreibt zu diesem Zweck ein Präventions- und Schulungsprogramm zur Bekämpfung von Mogeleien bei Wettkämpfen. „Der Reiz des Sports liegt darin, dass die Ergebnisse vorher nicht bekannt sind“, macht Correia deutlich. Daher entwickelte das IOC das interaktive Online-Spiel „Sporty Choice“, das speziell auf Jugendliche ausgerichtet ist. Im Spiel schlüpft man in die Rolle eines Athleten, der Opfer eines Bestechungsversuchs wird. Ziel ist es, richtige Entscheidungen zu treffen und dadurch einen positiven Ausgang zu erreichen.
Das Online-Spiel beschränkt sich auf einige Hauptpunkte: So dürfen interne Auskünfte wie beispielsweise Gesundheitszustand der Athleten nicht weitergegeben werden, da sie die Chance auf einen Wettgewinn erhöhen. Außerdem lernen die Jugendlichen zu reagieren, falls sie in solche Situationen geraten. „Wir lehren die Athleten, über mögliche Bedrohungen zu sprechen.“
Jeder Versuch der Bestechung sei anzuzeigen, denn das Strafmaß derartiger Delikte kann die Karriere jedes Sportlers massiv gefährden. Diese würden gleich geahndet wie ein Dopingvergehen. „Die Athleten sollen ihr Bestes geben, fair spielen und nicht betrügen, um die Sauberkeit des Sports zu bewahren“, appelliert Christelle Correia an die Olympia-Teilnehmer.



