17.03.2012
Eishockey

Zuerst die Arbeit, dann die Party

Mit einem Heimsieg im vierten Halbfinal-Match gegen Dornbirn wollen die Haie heute (19.15 Uhr) die Tür ins Nationalliga-Endspiel endgültig öffnen.

Von Alex Gruber

Innsbruck – Der 7:0-Erfolg im dritten Match der Best-of-five-Serie in Dornbirn am vergangenen Mittwoch bedeutet aus Sicht der Haie einerseits Segen, andererseits auch Gefahr: Segen, weil die Brust nach so einer Leistung und mit der 2:1-Führung in der Serie breit sein wird. Gefahr, weil im Unter­bewusstsein vielleicht doch zu viel von der glor­reichen Erinnerung steckt.

HCI-Coach Danny Naud erstickt jeden Anflug von Überheblichkeit aber sofort im Keim: „Die Jungs wissen, dass es wieder bei null beginnt. Und dass wir gegen ein gutes Team wie Dornbirn schnell hinten sein werden, wenn wir die Nase zu hoch tragen“ – daher­ fordert er höchste Konzen­tration. Außerdem habe ja ein Viertelfinalmatch gegen Lustenau gezeigt, wie schnell es nach einer 5:0-Führung plötzlich nur noch 5:4 stehen kann.

Goalie Markus Seidl (Naud: „Er war in Dornbirn sehr stark, hat sich wieder gefunden“) verspürt jedenfalls keinerlei Lust auf ein Déjà-vu der negativen Art: Im vergangenen Jahr siegten die Haie im Halbfinale­ in Match Nummer drei in Feldkirch ebenfalls überlegen mit 4:1, um danach zuhause (2:5) den Matchpuck liegen zu lassen und auswärts nach einer 3:4-Niederlage beinhart auf dem Boden der Tatsachen zu landen: „Die Parallele in der Ausgangsposition ist da: Und wir dürfen trotz der 2:1-Führung nicht glauben, dass wir schon weiter sind. Wir müssen hoch konzentriert bleiben“, fordert der 34-jährige Routinier wieder jene Tugenden ein, die die Haie in Dornbirn in Perfektion ausgespielt haben.

Das Shutout in Dornbirn – „die Kritik an meiner Person war zuvor begründet“ – bezeichnete der Schlussmann als „Balsam für die Seele“. Und bei einem Blick in die eigenen Reihen ist ihm trotz des Ausfalls von Benni Schennach (Unterarmbruch) nicht bange: „Von neun gespielten Dritteln waren wir im Halbfinale acht besser.“ Max Steinacher wird Schennachs Platz in Angriffsreihe drei einnehmen, der Auftrag liegt für Naud ohnehin auf der Hand: „Wir haben auch schon Murrays Ausfall überstanden. Jeder muss wieder Gas geben.“ Zuerst kommt eben immer noch die Arbeit, dann erst der Tanz ins Finale.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 17.03.2012
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