Zuerst die Arbeit, dann die Party
Von Alex Gruber
Innsbruck – Der 7:0-Erfolg im dritten Match der Best-of-five-Serie in Dornbirn am vergangenen Mittwoch bedeutet aus Sicht der Haie einerseits Segen, andererseits auch Gefahr: Segen, weil die Brust nach so einer Leistung und mit der 2:1-Führung in der Serie breit sein wird. Gefahr, weil im Unterbewusstsein vielleicht doch zu viel von der glorreichen Erinnerung steckt.
HCI-Coach Danny Naud erstickt jeden Anflug von Überheblichkeit aber sofort im Keim: „Die Jungs wissen, dass es wieder bei null beginnt. Und dass wir gegen ein gutes Team wie Dornbirn schnell hinten sein werden, wenn wir die Nase zu hoch tragen“ – daher fordert er höchste Konzentration. Außerdem habe ja ein Viertelfinalmatch gegen Lustenau gezeigt, wie schnell es nach einer 5:0-Führung plötzlich nur noch 5:4 stehen kann.
Goalie Markus Seidl (Naud: „Er war in Dornbirn sehr stark, hat sich wieder gefunden“) verspürt jedenfalls keinerlei Lust auf ein Déjà-vu der negativen Art: Im vergangenen Jahr siegten die Haie im Halbfinale in Match Nummer drei in Feldkirch ebenfalls überlegen mit 4:1, um danach zuhause (2:5) den Matchpuck liegen zu lassen und auswärts nach einer 3:4-Niederlage beinhart auf dem Boden der Tatsachen zu landen: „Die Parallele in der Ausgangsposition ist da: Und wir dürfen trotz der 2:1-Führung nicht glauben, dass wir schon weiter sind. Wir müssen hoch konzentriert bleiben“, fordert der 34-jährige Routinier wieder jene Tugenden ein, die die Haie in Dornbirn in Perfektion ausgespielt haben.
Das Shutout in Dornbirn – „die Kritik an meiner Person war zuvor begründet“ – bezeichnete der Schlussmann als „Balsam für die Seele“. Und bei einem Blick in die eigenen Reihen ist ihm trotz des Ausfalls von Benni Schennach (Unterarmbruch) nicht bange: „Von neun gespielten Dritteln waren wir im Halbfinale acht besser.“ Max Steinacher wird Schennachs Platz in Angriffsreihe drei einnehmen, der Auftrag liegt für Naud ohnehin auf der Hand: „Wir haben auch schon Murrays Ausfall überstanden. Jeder muss wieder Gas geben.“ Zuerst kommt eben immer noch die Arbeit, dann erst der Tanz ins Finale.



