23.02.2012, 12:54  Aktualisiert: 23.02.2012, 16:46 
Ski Alpin

Hirscher bestreitet zumindest einen Super-G in Crans-Montana

Ob der Weltcupführende auch am Samstag beim zweiten Speedbewerb in Crans Montana am Start ist, entscheidet der Salzburger nach dem ersten Rennen.
Marcel Hirscher wagt sich in Crans Montana auf ungewohntes Terrain.
Foto: EPA

Crans-Monana - Das alpine Ski-Weltcup-Wochenende der Herren in Crans-Montana steht vor allem im Zeichen des Zweikampfs um die große Kristallkugel zwischen Marcel Hirscher und Beat Feuz. Hirscher gibt dabei am Freitag nach mehr als zwei Jahren ein Super-G-Comeback im Weltcup. „Mein Gefühl ist so, dass es für mich sicher eine Herausforderung ist. Das gesamte Gefühl ist aber sehr gut“, meinte der 22-jährige Salzburger, der zuletzt am 12. Dezember 2009 als Elfter in Val d‘Isere einen Super-Riesentorlauf abseits der Kombination bestritten hat, am Donnerstag nach der Hangbefahrung.

Im WM-Ort von 1987, der erstmals seit 14 Jahren wieder im FIS-Kalender der Herren aufscheint, könnte Hirscher übrigens seine bisherigen Weltcup-Auftritte in der zweitschnellsten Alpin-Disziplin verdoppeln. Denn vor Val d‘Isere war der damalige Super-G-Juniorenvizeweltmeister nur am 12. März 2009 beim Weltcup-Finale in Aare am Start gewesen, hatte aber bei seinem Debüt als 26. keine Punkte erhalten. Ob er auch am Samstag am Super-G-Start stehen wird, wolle er erst am Freitagnachmittag nach dem ersten Rennen entscheiden.

„Primäres Ziel ist es, das ganze als gute Vorbereitung auf den Riesentorlauf zu sehen. Ob ich den Vorsprung im Gesamtweltcup ausbauen kann, falls dies überhaupt möglich ist, ist sekundär“, betonte Hirscher, der im Moment zwölf Zähler vor dem derzeit nach einer Meniskusoperation noch bis zumindest 10. März pausierenden kroatischen Titelverteidiger Ivica Kostelic an der Spitze der Gesamtwertung steht. Ein Nachteil für den Annaberger ist sicher seine Startnummer - voraussichtlich 31 - im Super-G.

Die Schweizer Ski-Fans hoffen deshalb, dass Feuz - aktuell 52 Punkte hinter Hirscher Weltcup-Dritter - den Heimvorteil entsprechend zu nutzen weiß, steht doch Crans-Montana für die Eidgenossen als Synonym für den ganz großen Triumph. Die Gastgeber holten vor 25 Jahren bei der Heim-WM insgesamt 14 Medaillen, gleich acht davon aus Gold. Neben Feuz liegt der Fokus aber auch auf Didier Cuche, startet der 37-jährige „Ski-Saurier“ doch in seine letzten Weltcup-Rennen auf Heimatboden.

Die für die Schweizer magische „Piste Nationale“ gibt indes ein Comeback: Erstmals seit der Gold-Fahrt des legendären Pirmin Zurbriggen im Jahr 1987 findet auf dem geschichtsträchtigen Gelände wieder ein Weltcup-Super-G der Herren statt. Dank der Absage in Kitzbühel kommt es am Freitag und Samstag (Start jeweils 11.30) gleich zu zwei Rennen in dieser Disziplin. Zum Abschluss folgt am Sonntag der Riesentorlauf (10.00 und 13.00 Uhr/alle live ORF eins), in dem Hirscher auch seine Führung im Spezial-Weltcup behaupten will.

Feuz nutzte seinen Heimvorteil und absolvierte in der Vorwoche ein dreitägiges Training in Crans-Montana. „Die Piste war natürlich noch nicht so hart, wie sie sich bei den Rennen präsentieren wird. Aber es war wichtig, die vielen Wellen und Übergänge einmal zu sehen. Diese Erfahrung könnte ein Vorteil sein“, glaubt der 25-jährige Emmentaler.

Feuz weiß, dass er in den kommenden fünf Rennen in Crans-Montana und Kvitfjell die Führung übernehmen muss, um seine Chance auf den Gesamt-Weltcup zu wahren. Das Restprogramm spricht jedenfalls für den Schweizer: Sieben Speed-Rennen (zwei Abfahrten und fünf Super-G) stehen noch aus, aber nur noch fünf technische (drei Riesentorläufe und zwei Slaloms).

Zu einem besonderen Ereignis werden die Heimrennen in Crans-Montana auch für Cuche. Zum letzten Mal können ihn seine Fans in der Schweiz im Weltcup-Einsatz bewundern. „Darauf freue ich mich natürlich,“, sagte der Führende im Abfahrts-Weltcup, „aber ich muss es so angehen wie andere Rennen auch. Wichtig wird sein, konzentriert zu bleiben. Deshalb hoffe ich, dass der Rummel um meine Person nicht allzu groß sein wird.“

Dieser Wunsch wird wohl nicht in Erfüllung gehen, denn die 6000 Zuschauer fassenden Zieltribünen sind für das Wochenende schon längst ausverkauft. Und außerdem erhält Cuche am Samstagabend unmittelbar nach der um 18.00 Uhr beginnenden Super-G-Siegerehrung und der Startnummern-Auslosung für den Riesentorlauf auf der Eisbahn Ycoor in Montana seinen Preis für den Sieg in der Wahl zum „Schweizer des Jahres 2011“. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Do, 23.02.2012  12:54
aktualisiert: Do, 23.02.2012  16:46
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