Finanzloch bei Banken wird größer
Wien – Der Steuerzahler muss sich auf neue Milliardenhilfen für die in der Krise verstaatlichten bzw. teilverstaatlichten Staatsbanken Hypo Alpe Adria, Kommunalkredit und ÖVAG einstellen. Vertrauliche Papiere der staatseigenen Kärntner Hypo Alpe Adria für das Finanzministerium gehen laut Format davon aus, dass die Hypo Kärnten noch einmal 2 Mrd. Euro vom Staat braucht, schlechtestenfalls bei einer sofortigen Liquidation sogar 5 Mrd. Euro und mehr. Die Hypo selbst argumentierte, dass Stress-Szenarien für Brüssel durchgerechnet werden müssen, aber nicht Plan der Bank seien. Finanzministerin Maria Fekter wollte über Medien keine Zahlen nennen. Die weitere Vorgangsweise sei mit Bundeskanzleramt abgestimmt.
Hannes Androsch, Aufsichtsrat der Banken-ÖIAG Fimbag, schätzt die „problematischen Aktiva“ (Risiken) in den drei Problembanken auf 30 bis 35 Mrd. Euro. Das bedeute aber nicht, dass sie gänzlich verloren seien. „Dass aber nichts davon verloren gehen wird, ist ebenfalls eine Illusion.“ Bei der Hypo Alpe würden frische zwei Milliarden Euro wohl nicht reichen dürfen, so Androsch.
Für die ebenfalls notverstaatlichte Kommunalkredit/KA Finanz ist für heuer nochmals von einer halben Milliarde die Rede, sie sitzt auf umfangreichen Anleihenbeständen und Credit-Default-Swaps von Euro-Krisenstaaten. Das Finanzressort wollte diese Zahlen nicht kommentieren. Bei der Volksbanken AG (ÖVAG) hat der neue Chef Stephan Koren nicht ausschließen können, dass bis zum Ende des Restrukturierungsprogramms 2017 ein Nachschlag an Staatshilfe nötig wird.
Alle drei Banken haben den Steuerzahler bisher insgesamt drei Mrd. Euro gekostet. (APA)



