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Euro-Krise

IWF-Chefin Lagarde sieht keine Alternative zu EU-Sparpolitik

Die IWF-Chefin lobte Deutschland, das „die Früchte seiner Politik“ ernte. Schuldenfinanzierte Programme zur Ankurbelung der Wirtschaft seien nicht hilfreich, die Krise zu überwinden.

St. Gallen – Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht keine Alternative zur rigiden Sparpolitik in vielen EU-Staaten. „Was ist die Alternative?“, entgegnete Lagarde am Donnerstag auf die Frage von Journalisten des Schweizer Fernsehsenders RTS nach Wegen aus der Krise. Eine Rückkehr zu unkontrollierbaren Budgetdefiziten sei keine Option. Auch schuldenfinanzierte Programme zur Ankurbelung der Wirtschaft seien nicht hilfreich, sagte Lagarde am Rande eines Symposiums in St. Gallen.

„Die Lage ist schwierig“, sagte Lagarde. Viele EU-Länder müssten gleichzeitig Budgetdisziplin üben, Wachstum sichern und in Arbeitsplätze investieren. Das sei ein „schmaler Grat“, sagte Lagarde unter dem Eindruck von Massenprotesten am 1. Mai in zahlreichen europäischen Ländern gegen die Sparpolitik und hohe Arbeitslosigkeit.

Dagegen lobte Lagarde Deutschland, das bisher weitgehend unbeschadet durch die Krise kam. Deutschland „erntet die Früchte seiner Politik“, sagte die IWF-Chefin. Die deutsche Regierung wird wegen ihrer strikten Sparforderungen in den EU-Schuldenländer kritisiert. (APA/AFP)