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EU-Frühjahrsprognose

Rehn: EU-Wirtschaft erholt sich langsam aus anhaltender Rezession

Laut Frühjahrsprognose wird eine Stabilisierung schon im ersten Halbjahr 2013 erwartet.

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Brüssel - Die EU-Wirtschaft erholt sich nur langsam aus der anhaltenden Rezession. EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn erklärte am Freitag bei der Präsentation der Frühjahrsprognose, die europäische Wirtschaft werde sich im ersten Halbjahr 2013 stabilisieren. Das Wirtschaftswachstum werde aber nach negativer Entwicklung 2012 (-0,3 Prozent in der EU-27) und 2013 (-0,1 Prozent) erst in der zweiten Hälfte 2014 wieder nach oben gehen (plus 1,4 Prozent).

Rehn sagte, angesichts der langwierigen Rezession „müssen wir alles tun, um die Krise der Arbeitslosigkeit in Europa zu überwinden. Die EU-Politik ist eine Mischung aus nachhaltigem Wachstum und dem Schaffen von Jobs. Die fiskale Konsolidierung setzt sich fort, aber die Geschwindigkeit nimmt ab. Parallel dazu müssen die Strukturreformen intensiviert werden, um Wachstum in Europa freischalten zu können“, so der Kommissar.

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone wird von -0,6 Prozent 2012 auch im laufenden Jahr schrumpfen, allerdings mit -0,4 Prozent nicht mehr so stark. Österreichs BIP bleibt zwar im positiven Wachstumsbereich, doch gibt es eine Verlangsamung von +0,8 Prozent 2012 auf +0,6 Prozent im heurigen Jahr.

Beim Budgetdefizit ist die Entwicklung eine positive. Die Reformen führen zu einem Rückgang des Haushaltsabgang in der EU-27 von -4,0 Prozent des BIP 2012 auf -3,4 Prozent 2013, für 2014 wird eine weitere leichte Verbesserung auf -3,2 Prozent prognostiziert. In der Eurozone soll das Defizit von -3,7 Prozent 2012 auf -2,9 Prozent 2013 und weiter auf -2,8 Prozent 2014 sinken. Österreichs Haushalt liegt bereits seit 2011 mit -2,5 Prozent klar unter der Maastricht-Grenze von drei Prozent. 2012 bleibt diese Marke erhalten, für das laufende Jahr sagt die Frühjahrsprognose der EU-Kommission ein Absinken auf -2,2 Prozent und für 2014 auf -1,8 Prozent voraus.

Nicht so gut schaut aus für die Zukunft der Staatsschulden aus. Diese nehmen in der EU-27 weiter zu. Von 86,9 Prozent des BIP 2012 auf 89,8 Prozent im heurigen Jahr und auf 90,6 Prozent 2014. In der Eurozone gibt es eine Steigerung von 92,7 Prozent 2012 auf 95,5 Prozent 2013 und auf 96,0 Prozent 2014. Österreichs Gesamtschuld erhöht sich von 73,4 Prozent 2012 nur gering auf 73,8 Prozent 2013 und soll laut Prognose 2014 auf 73,7 Prozent zurückgehen. (APA)

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