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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 30.08.2013

Unternehmen

Kampf gegen Fälscher, kein „IBAN, der Schreckliche“

Ab 1. Februar 2014 werden Überweisungen und Lastschriften nur noch mit IBAN-Code funktionieren, warnt die Nationalbank eindringlich.

Derzeit kursieren Banknoten und Münzen im Wert von 935 Mrd. Euro. Nach den Fünfern kommen ab 2014 neue 10-Euro-Scheine.Foto: dpa

© dpa Derzeit kursieren Banknoten und Münzen im Wert von 935 Mrd. Euro. Nach den Fünfern kommen ab 2014 neue 10-Euro-Scheine.Foto: dpa

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Von Alois Vahrner

Alpbach – Europa habe seit 2002 den Euro, aber noch keinen einheitlichen Zahlungsraum. Dieser werde jetzt umgesetzt, betonte Nationalbank-Direktor Kurt Pribil beim Europäischen Forum Alpbach. Ab 1. Februar 2104 wird bei nationalen Transaktionen nur noch die IBAN (International Bank Account Number) genutzt. Die Angabe des BIC (Business Identifier Code) ist im Inland optional möglich. Bei grenzüberschreitenden Transaktionen müssen bis 1. Februar 2016 IBAN und BIC angegeben werden, danach nur noch die IBAN.

Es handle sich dabei nicht um „IBAN, den Schrecklichen“, sondern um schon bekannte Zahlen: zunächst AT für Österreich, dann zwei Prüfziffern, die Bankleitzahl und die Kontonummer. Die eigene IBAN und den BIC der Hausbank findet man auf allen Konto- und Bankomatkarten, auf Kontoauszügen sowie im Online-Banking-Portal.

Großunternehmen seien praktisch ausnahmslos bereit für die Umstellung. Den Klein- und Mittelbetrieben rät Pribil, sich rasch auf die Umstellung vorzubereiten. „Das ist keine Hexerei.“ Dabei seien drei Punkte zu beachten. Sie sollten sich an ihre Hausbank wenden, ihren IBAN-Code auf die Rechnungen schreiben, damit sie ihre Zahlungen auch erhalten, und zudem sollten die IT-Systeme durchforstet werden.

Verstärkt werden soll indes der Kampf gegen Geldfälscher, sagt Pribil. Im ersten Halbjahr gab es im gesamten Euroraum 317.000 Fälschungen, in Österreich tauchten nur 3626 Blüten auf. Der Schaden durch Kartenbetrug sei 20-mal so hoch. Am häufigsten gefälscht werden die 20-, 50- und 100-Euro-Banknote. Spitzenreiter bei den beschlagnahmten Blüten sind mit zusammen 70 Prozent Wien, Tirol und Niederösterreich.

Zur Sicherheit beitragen soll auch die schrittweise kommende neue Banknoten-Serie u. a. mit neuer spezieller Lackschicht. Die neuen Fünfer werden bereits seit Mai ausgegeben, 2014 kommen dann die neuen Zehner.

Im Euroraum sind derzeit 15,5 Mrd. Stück Banknoten im Wert von 911 Mrd. Euro und 103,8 Mrd. Stück Münzen im Wert von 24 Mrd. Euro im Umlauf. In Österreich kursieren etwa 30 Mrd. Euro an Banknoten und 1,3 Mrd. Euro an Münzen.

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