23.02.2012, 08:10  Aktualisiert: 23.02.2012, 10:51 
Österreich

Enorme Verluste: Telekom Austria legt tiefrote Bilanz vor

Neben den Korruptionsskandalen wird die Telekom Austria auch wirtschaftlich schwer gebeutelt. Im Jahr 2011 ist das Unternehmen tief ins Minus gerutscht. 253 Millionen Euro beträgt der Verlust.
Die Korruptionsgeschüttelte Telekom Austria legt eine tiefrote Bilanz vor.
Foto: APA

Wien - Die teilstaatliche börsenotierte Telekom Austria Group machte im Jahr 2011 einen Verlust von 253 Mio. Euro. Im Jahr zuvor war noch ein Gewinn von 195 Mio. Euro eingefahren worden. An der Dividende von 0,38 Euro je Aktie hielt das Unternehmen fest. Alleine für das Geschäft in Weißrussland musste wegen der dortigen Hyperinflation ein Umsatzminus von 214 Mio. Euro in der Jahresbilanz untergebracht werden. Weiterhin negativ wirken sich auch die Rückstellungen für Sozialprogramme für die nicht kündbaren Mitarbeiter in Österreich aus, die sich mit 234 Mio. Euro im Vorjahr zu Buche schlugen.

Am Ausblick sowie an der im Dezember des Vorjahres gekürzten Dividende von 0,38 Euro je Aktie hält das Unternehmen fest: „Für das Gesamtjahr 2012 erwartet der Vorstand der Telekom Austria Group Umsatzerlöse von ungefähr 4,4 Mrd. Euro und ein bereinigtes Ebitda von ungefähr 1,5 Mrd. Euro. Im primären Fokus bleibt der operative Free Cashflow, der ungefähr 0,75 Mrd. Euro betragen soll“, so der österreichische Marktführer bei Mobilfunk, Festnetz und Internet. Die Telekom gehört zu 28 Prozent dem Staat, 20 Prozent hält offiziell der Investor Ronny Pecik gemeinsam mit dem ägyptischen Milliardär Naguib Sawiris.

Der Umsatz der Konzerngruppe ging im Vorjahr um 4,2 Prozent auf 4,45 Mrd. Euro zurück, das Betriebsergebnis (Ebit) drehte auf minus 7,6 Mio. Euro nach 438 Mio. Euro im Jahr 2010. „Obwohl der Free Cashflow aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen auf 479,2 Mio. Euro oder 1,08 Euro je Aktie zurückgeht, schlagen wir eine Dividende von 0,38 Euro je Aktie vor, die durch den Cash-Flow mehr als gedeckt ist“, so Telekom-Finanzvorstand Hans Tschuden am Donnerstag in einer Aussendung. Auf die Bilanz drückten nach Konzernangaben der intensive Preiskampf, regulatorische Auflagen und die weißrussische Tochter Velcom.

Zu den diversen Korruptionsskandalen rund um den ehemaligen Monopolisten, die derzeit im parlamentarischen U-Ausschuss behandelt werden, schweigt der Telekom-Vorstand in der ad hoc-Meldung zum Jahresabschluss.

Betont wird, dass es im Heimatmarkt bei den Festnetzanschlüssen im Vorjahr ein Wachstum von 21.300 Anschlüssen gegeben habe. Weiters wurde ein Kundenwachstum im Mobilfunk von 5,7 Prozent vermeldet. Der Anteil der Telekom (A1)-TV-Kunden stieg um 31 Prozent auf 200.000 Haushalte. In Slowenien, Serbien und Mazedonien habe es einen „starken Ergebnisanstieg“ gegeben. Die Nettoverschuldung des teilstaatlichen Konzerns stieg um 2,3 Prozent auf 3,38 Mrd. Euro an. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Do, 23.02.2012  08:10
aktualisiert: Do, 23.02.2012  10:51
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