31.07.2012, 03:18  Aktualisiert: 31.07.2012, 13:31 
Verkauft

Schlecker Österreich heißt jetzt „daily“

Rund 4.600 von 5.000 Mitarbeiter in Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg sollen weiterbeschäftigt werden.
Noch gibt es keine Details zu den Investoren hinter dem Austro-Fonds.
Foto: APA (Archiv/dpa)/Martin Gerten

Wien - Die angeschlagene Drogeriemarktkette Schlecker Österreich ist überraschend an die österreichische Restrukturierungsgesellschaft TAP 09 verkauft worden. Der Fonds und Schlecker Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz unterschrieben gestern Abend in Linz den Kaufvertrag, teilte die Insolvenzverwaltung am Dienstagvormittag in einer Aussendung mit. TAP 09 übernimmt alle 1.350 Schlecker-Standorte in Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg. Die Drogeriemarktkette soll unter dem Namen „daily“ zu einer Nahversorgungskette umgebaut werden.

Rund 4.600 der 5.000 Mitarbeiter will der Fonds eine Weiterbeschäftigung anbieten. In Österreich beschäftigt Schlecker rund 3.000 Mitarbeiter in 900 Filialen. Zu den Investoren, die hinter der Gesellschaft stehen, war vorerst nichts bekannt. Über den Kaufpreis und die Vertragsdetails vereinbarten beide Parteien Stillschweigen, hieß es in der Mitteilung.

„Ich freue mich sehr, dass es für die 4.600 Mitarbeiter und die Filialen eine gute Zukunft geben wird“, betonte Geiwitz . „Die Gespräche mit TAP 09 waren sehr kooperativ und von dem Bestreben einer bestmöglichen Lösung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geprägt“. „Wir freuen uns über den Zuschlag. Wir haben mit diesen Standorten jetzt eine Basis, auf der wir unser neues Konzept sehr schnell umsetzen können“, so Rudolf Haberleitner, CEO von TAP 09.

Die vom Austro-Fonds TAP 09 rund um Rudolf Haberleitner gekaufte Drogeriemarktkette Schlecker Österreich hat offenbar die Insolvenzgefahr gebannt. „Eine Insolvenz wird es nicht geben. Sonst hätten wir es nicht gekauft“, sagte der Wiener Anwalt Franz Guggenberger, der für die Käufer spricht, zur APA. Die Anzahl und die Herkunft der Investoren hinter der Restrukturierungsgesellschaft wollte der Anwalt, der selber an der Übernahme beteiligt ist, vorerst nicht bekanntgeben.

Seit der Insolvenz des deutschen Mutterkonzerns im Jänner wurde um die Zukunft der Österreich-Tochter gerungen. Anwalt Guggenberger sieht diese nun gesichert: „Wir haben ein sehr positives Zukunftskonzept“.(APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Di, 31.07.2012  03:18
aktualisiert: Di, 31.07.2012  13:31
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