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Immo-Investor

Benkos Signa trennt sich von neuer deutscher Fondstochter

Der Chef der in Düsseldorf ansässigen Tochter hat sämtliche Anteile von der Signa Holding übernommen.

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Wien/Düsseldorf - Die Signa Holding des Immobilieninvestors Rene Benko trennt sich von einem erst 2012 gegründeten Geschäftsbereich, der Signa Real Estate Advisory AG (Signa READ). Der Chef der in Düsseldorf ansässigen Tochter, Michael Morgenroth, hat im Zuge eines Managements-Buy-outs sämtliche Anteile von der Signa Holding GmbH übernommen. Begründet wurde der Verkauf heute, Montag, in einer Aussendung damit, dass sich die Signa wieder voll und ganz auf ihre Kernbereiche, unter anderem Investitionen in Top-Immos in Innenstadtlagen, konzentrieren wolle.

Die im April vorigen Jahres gegründete Signa READ will im Bereich Immobilien-Debt-Fonds Fuß fassen. Im Herbst soll in Luxemburg der erste Fonds mit einem Volumen von rund 300 Mio. Euro aufgelegt werden, weitere seien geplant, sagte Morgenroth auf APA-Anfrage.

Die Signa READ - bald wird das Unternehmen anders heißen, das „Signa“ aus dem Namen gestrichen - will sich die restriktivere Kreditvergabe der Banken infolge der neuen Kapitalvorschriften Basel III zunutze machen. „Wir schließen die Refinanzierungslücke, indem der Luxemburger Fonds Darlehen an Investoren vergibt“, erläuterte Morgenroth. Banken finanzierten gegenwärtig nur mehr 50 bis 60 Prozent des Verkehrswertes von Immobilien, früher seien es 80 bis 90 Prozent gewesen.

Morgenroth und sein Team wollen sich auf den deutschsprachigen Raum, auch Österreich, konzentrieren. Wieviel er für das Buy-out gezahlt hat, sagte er nicht. Momentan ist er Alleineigentümer der Signa READ, er plant weitere Eigentümer ins Boot zu holen. Gespräche laufen bereits. Morgenroth ist im Zuge des Verkaufs per 1. Juli als Geschäftsführer der Signa Holding ausgeschieden. Die gesamte Signa-Gruppe hat nach Eigenangaben ein Immobilienvermögen von rund 5,5 Mrd. Euro. (APA)

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