01.02.2012
Innsbruck

Air Alps soll abheben, Chef greift durch

Oliver Ladurner ist neuer Chef der gesamten Welcome-Gruppe. Retten will er sie mit neuer Struktur, Partnern und größeren Fliegern.

Von Nina Werlberger

Innsbruck – Ein Totalumbau soll die Tiroler Welcome-Air-Gruppe (Air Alps, Welcome Air, Tyrol Air Ambulance) wieder auf Kurs bringen. Das gesamte Unternehmen wird derzeit durchleuchtet, eine Insolvenz sei aber ausgeschlossen, erklärte Oliver Ladurner im TT-Gespräch. Er ist seit Dienstag der neue Chef der gesamten Gruppe, vor wenigen Tagen war er bereits als Geschäftsführer der Air Alps installiert worden. Die bisherige Welcome-Air-Chefin Sabine Mertens arbeitet künftig als Betriebsleiterin.

Ladurner kündigte eine „völlige Neupositionierung“ an. Die drei Firmen sollen ineinandergeführt werden. Künftig soll es zwei Geschäftsbereiche geben: Charter- und Ambulanzflüge sowie das Linienfluggeschäft. Die Ambulanzflüge („Gipsbomber“) sollen stärker positioniert werden. Auf der Air-Alps-Strecke Bozen – Rom könnten künftig größere Flugzeuge eingesetzt werden.

Als Erstes müsse nun aber konsolidiert werden. Die Gruppe mit rund 150 Mitarbeitern und insgesamt 11 Flugzeugen dürfte rund 5 Mio. Euro Kapital benötigen. „Die kolportierten 15 Mio. Euro sind sicher um zwei Drittel zu viel“, erklärte Ladurner. Wie viel es genau sei und ob Jobs abgebaut werden müssen, könne noch nicht gesagt werden. Geld könnte neben einem Gesellschafterzuschuss auch ein neuer Investor bringen. Es sei möglich, „dass jemand einsteigt, ja“, bemerkte Ladurner. Auch weitere Kooperationspartner seien „durchaus angebracht“.

Ab heute, 6.30 Uhr, werde die Air Alps den Flugbetrieb Rom – Bozen wieder aufnehmen, versicherte Ladurner. Strategisch will sich Ladurner im Liniengeschäft auf den Standort Südtirol konzentrieren. Der Südtiroler Landesregierung, die nach dem Ausfall der Rom-Flüge Mitte Jänner eine Klage prüft, verspricht er, alle Verpflichtungen zu erfüllen. „Wir werden aufrechte Verträge einhalten.“ Für Gespräche über neue Verbindungen etwa nach Wien und Frankfurt sowie zum Standort Bozen stehe man „Gewehr bei Fuß“.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 01.02.2012
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