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Raiffeisen Bank International

Karl Sevelda tritt Nachfolge von RBI-Boss Stepic an

Der Vize-Vorstandsvorsitzender löst den zurückgetretenen Herbert Stepic an der Spitze der Raiffeisen Bank International (RBI) ab.

Wien – Der Vize wird zum Chef: Karl Sevelda (63) ist mit sofortiger Wirkung neuer Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Bank International (RBI). Er folgt Herbert Stepic (66), der wegen nicht angemeldeter Immobiliengeschäfte über Offshore-Konstruktionen sein Amt zur Verfügung gestellt hat. Der heutige Aufsichtsrat der RBI hat Stepic Rücktritt angenommen und zugleich Sevelda bestellt. Das teilte Aufsichtsratsvorsitzender Walter Rothensteiner mit.

Sevelda soll bis Mitte 2017 an der Spitze der Osteuropabank bleiben. Der Aufsichtsrat habe seinen Vertrag um eineinhalb Jahre verlängert, um Kontinuität an der Vorstandsspitze zu gewährleisten, sagte Rothensteiner. Damit bleibt der 63-jährige länger an der Spitze als von vielen erwartet. Insider hatten ihn zuvor als Übergangslösung gesehen, bis ein möglicherweise jüngerer Manager auf dem Chefsessel Platz nimmt.

Sevelda sagte am Freitag vor der Presse, er plane seinen Vertrag zu erfüllen und wäre auch dann noch mit 67 „ein Jüngling“ im Vergleich zum früheren Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad oder RLB-Oberösterreich-Chef Ludwig Scharinger, die beide mit 69 ausgeschieden sind.

Aufstockung der Kapitaldecke

Die Aufstockung der Kapitaldecke sei „natürlich im Fokus des neuen Vorstandes“, sagte Sevelda - und eine Kapitalerhöhung abhängig von der Entwicklung der Märkte eine Option.

Zukäufe von anderen Banken plane er zunächst nicht - wenn dann von kleineren Portfolien, sagte Sevelda. Er wolle sich auf die Steigerung der Ertragskraft in Märkten wie Österreich, Russland, Polen, Rumänien, Tschechien und der Slowakei konzentrieren.

In den anderen Märkten wolle die RBI ihre Größe beibehalten und lediglich in einigen Ländern, „wo wir das Geschäftspotenzial nicht sehen, werden wir Volumen und Geschäftsumfang reduzieren“, sagte Sevelda. Dies gelte etwa für Slowenien.

„Missverständnisse“ und „Ressentiments“ sollen beseitigt werden

Sevelda will einen Schwerpunkt darauf legen, „Missverständnisse“ und „Ressentiments“ im Raiffeisensektor zu beseitigen. Eine „enge und gute Kooperation mit der Raiffeisen-Familie“ sei ihm sehr wichtig.

„Im Sektor werden durch unbefugte, selbsternannte Sprecher Gerüchte in Umlauf gesetzt“, kritisierte Sevelda. Rothensteiner wurde deutlicher: Josef Stampfer, Obmann des Fördervereins, sei seit über zehn Jahren nicht mehr in Raiffeisen-Funktionen und solle sich nicht „unqualifiziert“ in Medien äußern. Es sei „kurios“, wenn er als Vertreter der Raiffeisen Primärbanken dargestellt werde

Johann Strobl zum Stellvertreter gekürt

Johann Strobl wurde zu Seveldas Stellvertreter gewählt. Sein Vertrag wurde wie jener von CFO Martin Grüll bis 2017 verlängert. Die Wahl von Strobl zum Stellvertreter Seveldas bedeute nicht, dass er dessen Nachfolger werde, schließe dies aber auch nicht aus, so Rothensteiner.

Sevelda ist seit 15 Jahren bei Raiffeisen - nach gut 20 Jahren beim Creditanstalt-Bankverein. Seit 2010 war er als Stellvertreter von Stepic im Vorstand der Bank. Er wird seine Verantwortung für das Firmenkundengeschäft beibehalten, bis der Aufsichtsrat die neue Geschäftsverteilung festgelegt hat. Ob der jetzt sechsköpfige Aufstand wieder aufgestockt wird, werde im Laufe der kommenden Monate entschieden, so Rothensteiner. (APA/Reuters)