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Wall-Street

US-Behörde verbannt legendären Hedgefonds-Manager aus Branche

Die US-Börsenaufsicht nimmt sich einen der erfolgreichsten Hedgefonds-Manager des Landes zur Brust und will ihn verbannen.

New York - Die US-Börsenaufsicht SEC will einem der legendärsten Fondsmanager ein teilweises Berufsverbot erteilen. Die Behörde warf dem Wall-Street-Mogul Steven A. Cohen am Freitag vor, bei vermutlichen Insidergeschäften von zwei ehemaligen Fondsmitarbeitern weggeschaut zu haben. Die beiden Finanzspezialisten sind nach Überzeugung der Behörde in Insidergeschäfte verstrickt gewesen.

Die SEC will dem Milliardär, der die Hedgefondsbranche über Jahrzehnte mit aufgebaut hat, untersagen, künftig Gelder von einigen Kunden zu verwalten. Cohen habe Warnzeichen ignoriert, erklärte SEC-Ermittler Andrew Ceresney am Freitag in Washington. Die Behörde will erreichen, dass Cohen bestimmte Fonds nicht mehr beaufsichtigen darf.

Ein SAC-Sprecher wies die Vorwürfe gegenüber US-Medien zurück und kündigte an, Cohen werde sich vehement verteidigen: „Steve Cohen hat zu jeder Zeit ordnungsgemäß gehandelt.“

Cohen selbst weist die Anschuldigungen zurück. Seit mehreren Jahren ermitteln die Behörden bereits gegen den Gründer des Hedgefonds SAC Capital, der rund 15 Milliarden Dollar verwaltet. Auch die Justiz ist ihm auf den Fersen. Cohen ist in der zwei Billionen Dollar schweren Branche bestens bekannt und einer der erfolgreichsten Marktteilnehmer.

Die US-Behörden gehen momentan scharf gegen Insiderhändler vor. SAC steht dabei seit einiger Zeit im Rampenlicht. Zwei Tochterfirmen hatten sich im Rahmen eines Vergleichs mit der SEC bereit erklärt, insgesamt 615 Millionen Dollar (469,72 Mio. Euro) zu zahlen, um entsprechende Fälle aus der Welt zu schaffen. Die US-Börsenaufsicht hatte den Firmen vorgeworfen, auf Basis geheimer Informationen spekuliert zu haben.

Es ist aber das erste Mal, dass Steve Cohen persönlich belangt werden soll - wenngleich auch nicht für Insiderhandel an sich. Das Magazin „Forbes“ führt Cohen auf seiner Liste der Superreichen auf Rang 117 mit einem geschätzten Vermögen von 9,3 Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro, Stand März 2013). (Reuters, APA, dpa)