Hotels laufen gegen HRS Sturm
Innsbruck – Die übermächtige deutsche Buchungsplattform HRS, Mutter des Tiroler Online-Buchungssystems Tiscover, gerät immer stärker unter Beschuss der Hotellerie. Seit HRS die Provision, die Hoteliers zahlen müssen, von 13 auf 15 % (für HRS, Tiscover und Hotel.de) verteuert hat, laufen viele Tourismusbetriebe Sturm, auch gegen die HRS-Klauseln. Erst kürzlich hat ein Düsseldorfer Gericht die „Bestpreisgarantie“ von HRS verboten, weil sie Konkurrenten die Möglichkeit nimmt, Boden gegenüber HRS gutzumachen. Die so genannte Bestpreisgarantie schließe Wettbewerb damit nahezu aus. Ab 1. März hätten sich die Klauseln sogar verschärft und auch bei Buchungen an der Hotelrezeption gelten sollen. Direkt beim Hotelier gebuchte Zimmer sind meist teurer als jene über die Hotelplattform.
In Deutschland boykottieren Teile der Hotellerie den Buchungsgiganten HRS. Österreichs Hotelierverband ÖHV hat eine Beschwerde bei der Bundeswettbewerbsbehörde eingebracht. „Wir lassen nicht zu, dass Hoteliers in ihrem Recht eingeschränkt werden“, sagt ÖHV-Generalsekretär Thomas Reisenzahn.
Die HRS-Klauseln seien „ein massiver Eingriff in die unternehmerische Freiheit und behindern den Wettbewerb“, kritisiert VP-Tourismussprecher Franz Hörl. Kritik übt Hörl auch an der Tirol Werbung und der Wirtschaftskammer. „Der Verkauf von Tiscover an HRS war ein Kardinalfehler, dem die Tirol Werbung und die WK Tirol nie zustimmen hätten dürfen“, so Hörl: „Tiroler Know-how und Wettbewerbsvorteile wurden leichtfertig aus der Hand gegeben.“ Er fordert, die Diskussion über eine österreichische Buchungsplattform aufzunehmen. (mas, APA)


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