Die Power-Frau mit Unternehmerblut
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Barbara Sponring übernahm die Parfümerie- und Drogeriekette ihrer Mutter und gründete das Reformhaus Martin.Foto: Egger
Foto: Tachezy
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Steckbrief
Wie kam es zur Gründung der Firma Tachezy?
Mein Großvater, der Apotheker Ludwig Tachezy, kam mit seiner Gattin Anna von Böhmen nach Innsbruck und gründete 1905 ihre Firma Ludwig Tachezy „zur Hygiea“. Gemeinsam entwickelten und produzierten sie verschiedenste Produkte aus dem Drogerie- und Parfümeriebereich, von Handcremen bis zum Skiwachs. Auch das „Tiroler Nussöl“ war ihre Erfindung. Meine Mutter Tora Schuster-Tachezy hat das Unternehmen weitergeführt und vergrößert.
Wie erlebten Sie die Übernahme?
Der plötzliche Unfalltod meiner Mutter im Jahre 1991 traf mich völlig unvorbereitet. Ich musste plötzlich die volle Verantwortung für die Firma übernehmen. Mein bis heute engster Mitarbeiter Gottfried Schlechter, Einzelprokurist sowohl von Tachezy als auch vom Reformhaus Martin, war für mich eine wichtige Hilfe in dieser schwierigen Zeit.
Die Mitarbeiter sind eine wesentliche Säule?
Die gesamte Unternehmensentwicklung war nur mit einer Vielzahl engagierter, leistungsbereiter, loyaler und motivierter Mitarbeiter möglich. Um gegen internationale Drogerie- und Parfümerieketten zu bestehen, braucht es nicht nur gute Standorte und Produkte, sondern in erster Linie auch kompetente, beratungsstarke Mitarbeiter. Letztlich kommt es auf die Arbeit jedes Einzelnen an. Das sehen wir als die wesentliche Säule unseres Erfolges.
Was macht Sie unternehmerisch stolz?
Es ist mir gelungen, die Tachezy Parfümerien an sehr guten Standorten, wie z. B. im DEZ, im Inntalcenter Telfs oder in der Cyta, als kompetente Anbieterin für die Schönheit zu positionieren. Der Drogeriebereich ist der Gewusst-wie-Gruppe angeschlossen, die Parfümerie Tachezy ist Mitglied der Beauty Alliance. Auf den Aufbau der Sparte Reformhäuser von null weg, als drittes Standbein für das Familienunternehmen, bin ich doch schon etwas stolz.
War auch der Blick über den Tellerrand wichtig?
In der Tat. Die Beauty Alliance ist ein Zusammenschluss von über 1300 privat geführten Parfümerien in Europa. Das heißt, dass die Eigentümer selbst in den Unternehmen mitarbeiten, anstelle von anonymen Kapitalgebern und Managern. Das ist für mich der wichtigste Unterschied zu den Ketten.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Reformhaus zu eröffnen?
Ich bitte, mich nicht als überheblich einzuschätzen, aber ich bin von Kindesbeinen an immer mit Neuerungen, die zuerst meine Großeltern und dann meine Mutter als Unternehmer eingeführt haben, konfrontiert worden. Es hat immer geheißen: Wenn du ein Geschäft hast, musst du laufend daran arbeiten und schau dir an, was sich um dich herum tut. So habe ich bei meinen geschäftlichen Reisen durch Deutschland auch die Vielzahl von Reformhäusern gesehen, die es bei uns in Österreich noch nicht gegeben hat. Gesunde Ernährung war mir auch immer schon ein Anliegen. Also habe ich beschlossen, mit einem Reformhaus in der Altstadt zu beginnen.
Wie haben sich die Reformhäuser entwickelt?
Jetzt nach 15 Jahren der Eröffnung des ersten Reformhauses verfügt die Reformhaus Martin GmbH mit meinem Sohn Alexander Martin als Geschäftsführer über 25 Filialen österreichweit. Bis zum Jahresende werden es 27 sein, Ende nächsten Jahres wird die 30er Marke geknackt.
Wie bringen Sie Karriere und Familie unter einen Hut?
Das war nicht immer leicht, es hat auch die heutigen Möglichkeiten der externen Kinderbetreuung noch nicht gegeben. Das Rezept dafür ist eigentlich einfach. Wenn niemand da ist, der einem die Verantwortung dafür abnimmt, dann heißt das: sich selbst sehr gut zu organisieren, wie z. B. das Notwendige und Wichtige zu erkennen, es voranzustellen und bereit zu sein, auf die Erfüllung persönlicher Wünsche zu verzichten.
Ist für Sie ein gepflegtes Erscheinungsbild ein Muss?
Niemand ist perfekt, aber schon als junges Mädchen hat meine Oma mir immer die Wichtigkeit der Pflege von Gesicht und Körper auch nach einem harten Arbeitstag vermittelt. Also ist es kein Problem für mich, darauf zu achten.
Und für Ihre Mitarbeiterinnen?
Wichtig ist, dass sie glaubhaft für die Produkte stehen, über die sie beraten und die sieverkaufen. Schönheit kommt nicht auf Dauer von selbst. Ich erwarte daher, dass sich Mitarbeiterinnen attraktiv kleiden, auf ihren Typ abgestimmt stylen und schminken und damit auf die Kunden positiv wirken.
Rückblickend ist Ihre Karriere einzigartig. Gab oder gibt es andere Interessen?
Als Kind wollte ich unbedingt Tierärztin werden, geblieben ist meine ungebrochene Liebe zu Tieren. Meine derzeitige Tätigkeit in den verschiedenen Branchen erfüllt mich mit Freude und Begeisterung, sodass sich die Frage nach anderen beruflichen Interessen nicht stellt.



