„Wir sitzen nicht mit Ärmelschonern im Büro“
Beamte in Tirol
3468 Mitarbeiter hat die Tiroler Landesverwaltung, davon arbeiten 1047 in den Bezirkshauptmannschaften.
34,5 % der Mitarbeiter sind als Beamte beschäftigt und pragmatisiert. Die anderen 65,5 % sind Vertragsbedienstete.
64 % der Mitarbeiter haben einen Schulabschluss, der über den Pflichtschulabschluss hinausgeht.
15 Lehrlinge machen derzeit ihre Ausbildung im öffentlichen Dienst.
Von Lisa Pranter
Innsbruck – Kaffee trinkend, Zeitung lesend und darauf wartend, dass es endlich 17 Uhr und damit Zeit für den Feierabend wird: Für die 179 Schul- und Studienabsolventen, die im Vorjahr ihre Arbeit im öffentlichen Dienst in Tirol aufgenommen haben, trifft dieses Klischee allerdings nicht mehr zu. „Das allgemeine Bild des Beamten ist völlig veraltet und stimmt nicht mehr mit der Realität überein“, sagt der Tiroler Landesamtsdirektor Josef Liener. Beamte säßen schon längst nicht mehr mit Ärmelschonern im Büro.
Um erfolgreich im öffentlichen Dienst Fuß zu fassen, sei ein hohes Maß an Flexibilität und Einsatzbereitschaft erforderlich, ist sich Liener sicher. Aber auch belastbar und multitaskingfähig müsse man sein.
Durch Gesetzesänderungen werde die Arbeit immer komplizierter und durch die Stelleneinsparungen steige nicht nur das Arbeitspensum, sondern auch der Druck. Die Servicequalität dürfe dabei aber nicht verloren gehen. Seit 1995 hat das Land Tirol 18 % der Planstellen im öffentlichen Dienst eingespart. „Immer weniger Mitarbeiter müssen immer mehr Arbeit in der gleichen Zeit und gewohnt hoher Qualität leisten“, sagt auch der Landesvorsitzende der GÖD, Gerhard Seier.
Deshalb gibt es auch für die vielen jungen Tiroler, die sich für eine Stelle im öffentlichen Dienst interessieren und auf Grund ihrer Schulausbildung auch geeignet wären, nur wenige Möglichkeiten, Stellen zu bekommen, sagt Seier.
Obwohl die Anforderungen an öffentlich Bedienstete gestiegen sind, gibt es dennoch keinen klassischen Karriereweg. Für manche Positionen müssten zwar gewisse Grundvoraussetzungen erfüllt werden, dennoch werden Stellen mit Lehrlingen ebenso besetzt wie mit Hochschulabsolventen. Die Einteilung erfolgt dabei in drei Kategorien: A für Akademiker, B für Mitarbeiter mit Matura und C für Personen mit Lehrabschluss. Seier betont, dass es durchaus auch ohne Studium möglich ist, von der Kategorie B in die Kategorie A aufzusteigen. Berufserfahrung und persönliche Kompetenzen seien dabei ausschlaggebend.






