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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 29.08.2013

„Sotschi gehört als Baustein dazu“

Der Obmann des Tourism Board spricht sich klar für das „Austrian Tirol House“ 2014 aus. Olympiastadt Innsbruck soll mit nach Russland.

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Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Im so genannten Tirol Tourism Board (TTB), einer Art Aufsichtsrat der Tirol Werbung (TW), sind Land, Tourismusverbände und Wirtschaftskammer vertreten. Dieses Gremium habe klar „eine Empfehlung für Sotschi abgegeben“, sagt dessen Obmann Franz Tschiderer. Im Tiroler Tourismus würden alljährlich 40 bis 50 Mio. € in die Kommunikation/Werbung gesteckt, die geplante Beteiligung der Tirol Werbung bei den Olympischen Winterspielen in Russland gehöre „als Baustein dazu“. Aus dem Budget der TW sollen rund 100.000 € direkt in das „Austrian Tirol House“ des ÖOC fließen. Dass ein weiterer Teil, so Tschiderer, „aus dem Tiroler Tourismusförderungsfonds kommen wird, ist vollkommen gerechtfertigt“. Es sollten aber auch die entsprechenden Partner an Bord sein, erklärt Tschiderer die TTB-Haltung. Die dreifache Olympiastadt Innsbruck zähle da sicher mit dazu.

Wie berichtet, hatte die Stadtspitze eine finanzielle Beteiligung abgelehnt. Die TW will nun der Stadt das Sotschi-Projekt näher erläutern. Einen solchen Termin werde man nicht ablehnen, hieß es gestern aus dem Rahtaus.

Das Zillertal, das als Region mit von der Partie ist, sei vom Sotschi-Erfolg überzeugt, sagt Gernot Paesold, GF der Zillertal Tourismus GmbH. Man wolle einen internationalen Auftritt, der wahrgenommen werde. In Summe werde man rund 90.000 Euro investieren. Die kürzliche Absage der Vertragsunterzeichnung zwischen ÖOC und TW sei „überraschend gekommen“. Die Zeit für eine Entscheidung dränge: „Es ist zwei vor zwölf.“ Nicht mitmachen wollen die St. Antoner, sagt TVB-Direktor Martin Ebster, auch wenn man „im Nachhinein in London gerne mit dabei gewesen wäre“. Man wolle mit den eigenen Mitteln lieber direkt den russischen Markt bearbeiten.

Dass sich „einige wichtige große Tourismusverbände Extrawürste braten wollen“, verärgert indes WK-Boss Jürgen Bodenseer. Sotschi biete eine perfekte Plattform. „Tirol sollte hier mit geeinten finanziellen Beiträgen stark auftreten“, fordert Bodenseer.

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