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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 02.09.2013

16.000 auf Jobsuche

1500 Ausbildungsplätze gegen die Arbeitslosigkeit

Tirols AMS erwartet heuer fast so viele Jobsuchende wie im Krisenjahr 2009. Investitionen der öffentlichen Hand sollen Trendumkehr bringen.

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Innsbruck – 16.225 Tirolerinnen und Tiroler suchten im August Arbeit – um 17 Prozent mehr als im selben Monat 2012. Die Arbeitslosenquote ist hierzulande somit auf 4,8 Prozent gestiegen. Vorigen August lag sie bei 4,2 Prozent.

Damit liegt Tirol zwar klar unter dem Bundesschnitt von aktuell 6,9 Prozent Arbeitslosen (was wiederum der beste Wert in der EU ist). Dennoch sei die Beschäftigungslage im Land am Inn derzeit zäh, schildert der Leiter des Arbeitsmarktservice (AMS) Tirol, Anton Kern, der TT. Hier die Einschätzung des Experten darüber, wie sich die Lage am Tiroler Arbeitsmarkt in nächster Zeit darstellen wird.

1Arbeitslosenquote: Kern erwartet für 2013 keine sinkende Arbeitslosigkeit mehr. Die Arbeitslosenquote werde im Jahresmittel bei „6,2 bis 6,3 Prozent“ zu liegen kommen, das sind rund 20.500 Personen. Zum Vergleich: Im Krisenjahr 2009 hatte die Arbeitslosigkeit in Tirol 6,4 Prozent betragen. Im Vorjahr waren es nur 5,9 Prozent .

2Entspannung 2014: Kern rechnet damit, dass sich die Lage auf dem Tiroler Arbeitsmarkt kommendes Jahr verbessert. Viele Betriebe müssten wieder investieren. Und die öffentliche Hand – Gemeinden, Länder und der Bund – sei budgetär wieder dazu in der Lage, Investitionspakte zur Belebung der Konjunktur zu schnüren.

3Betroffene Berufe: Nach den Zahlen des Arbeitsmarktservice hat es zuletzt im Handel, bei Hilfsberufen, aber auch im Tourismus – der guten Sommersaison zum Trotz – den größten Zuwachs an Arbeitslosen gegeben. Kern betont aber, dass im Tourismus in den letzten schwierigen Jahren viele Jobs geschaffen wurden. Diese Entwicklung flache sich nun ab.

4AMS-Schwerpunkte: Vor allem ältere Menschen und Jobsuchende mit geringer formaler Schulbildung seien von Arbeitslosigkeit betroffen, sagt Kern. Das AMS forciere daher gezielt Maßnahmen zur Ausbildung (etwa das Nachholen von Lehrabschlüssen) oder die Umschulung in andere Berufe. 1500 qualifizierte Ausbildungsplätze kann das Tiroler AMS für diese Zwecke bereits anbieten. (mark)

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