07.09.2011
Kolumne

Afrikanisches Dilemma

Kommentar

Von Christian Jentsch

Viele Staats- und Regierungschefs Afrikas hadern mit ihrem Schicksal. Mit der arabischen Revolution, die nun auch den „König von Afrika“ alias Muammar Gaddafi vom Thron gestoßen hat, verbinden sie keine Glücksgefühle. Der Machtwechsel in Libyen ist ihnen ein Dorn im Auge. 18 der 54 Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union (AU) haben den Übergangsrat der Rebellen als legitimen Vertreter des libyschen Volkes anerkannt, der Rest schaltet noch auf stur. Auch die Union selbst zeigt dem Übergangsrat die kalte Schulter. Gaddafi griff sowohl der AU als auch zahlreichen afrikanischen Diktatoren finanziell tatkräftig unter die Arme und züchtete sich damit ein Heer von Verbündeten. Doch wer die Liste seiner Freunde – darunter auch Simbabwes Präsident Mugabe – sieht, kann rasch seine Schlüsse ziehen.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 07.09.2011
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