09.09.2011
Leserbrief

Türkische Schule sorgt für heftige Diskussionen

Achtung! Das ist nur ein Mustertext. Achtung! das ist ein Mustertext.

Thema: „Nein zu türkischem Gymnasium“, TT vom 7.9.2011.

Nach dem österreichischen Privatschulgesetz darf jeder österreichische Staatsbürger, jede Gebietskörperschaft und jede sonstige inländische juristische Person eine Privatschule errichten. Wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, hat der Antragsteller einen Rechtsanspruch darauf.

Die Führung einer gesetzlich geregelten Schulartbezeichnung (im konkreten Fall Gymnasium) ist an die Voraussetzung geknüpft, dass die Organisation einschließlich des Lehrplanes im wesentlichen mit gleichartigen öffentlichen Schulen übereinstimmt und an der Schule nur schulbehördlich approbierte Lehrbücher verwendet werden. Weiters müssen die Lehrpersonen die dafür notwendige Lehrbefähigung haben. Ebenso ist die Verleihung des Öffentlichkeitsrechts – somit die Anerkennung der Prüfungen und Zeugnisse der Privatschule – an die Bedingung geknüpft, dass die Qualität des Unterrichts und der Unterrichtserfolg an der Privatschule jenem des öffentlichen Schulwesens entspricht.

Es gibt in Österreich zahlreiche Privatgymnasien, zum Teil auch mit ausländischer Unterrichtssprache. Daher kann ich mir die nunmehrige öffentliche Diskussion nur mit der latenten und zum Teil auch offenen Ausländerfeindlichkeit, die insbesondere türkischstämmigen Migranten entgegengebracht wird, erklären. Es gibt kein sachliches Argument, ein türkisches Privatgymnasium abzulehnen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Ganz im Gegenteil, eine solche Schule, die sich an den Lehrinhalten der öffentlichen Schulen zu orientieren hat, kann wesentlich zur Integration und zum besseren Verständnis beitragen. Mehrsprachigkeit ist keine Gefahr, sondern ein Wettbewerbsvorteil. Dies gilt ganz besonders dann, wenn Österreichs Wirtschaft die Chancen im arabischen und asiatischen Markt nutzen will.

Dr. Günther Hye, 6020 Innsbruck

Integration benötigt keine eigene Schule, sondern das Interesse der zugezogenen Bevölkerung, sich in ihrer neuen, selbstgewählten Heimat und den schulischen Angeboten zurechtzufinden.

Ilse Kirchner, 6020 Innsbruck

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 09.09.2011
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