Schönheit der Isel parallel zu Kraftwerk neu inszeniert
Von Catharina Oblasser
Prägraten a. G. – Umweltschützer und Naturfreunde schütteln darüber den Kopf: Die Schönheiten der Isel, Herzstück Osttirols und des Nationalparks Hohe Tauern, sollen einerseits durch die Erneuerung des Wasserschaupfades an den Umbalfällen noch besser in Szene gesetzt werden. Andererseits ist in unmittelbarer Nähe der Tagesspeicher für das geplante Virgentaler Kraftwerk „Wasserkraft obere Isel“ vorgesehen.
Wie das zusammenpasst, dazu will Nationalparkdirektor Hermann Stotter keinen Kommentar abgeben. „Wir wollen die Umbalfälle durch den neu gestalteten Schaupfad aufwerten und die Schönheit, die es da gibt, in Szene setzen.“ Man könne nicht ausschließen, dass es immer wieder Kraftwerkspläne geben werde, meint Stotter, doch zurzeit befinde sich alles noch im Planungsstadium, während der neue Wasserschaupfad schon im Juni 2012 eröffnet werde.
Die Arbeiten am „Natur-Kraft-Weg Umbalfälle“ haben im Oktober begonnen, die Kosten betragen rund 260.000 Euro. Neu ist, dass die Besichtigungsstrecke bereits beim Parkplatz in Ströden (Gemeinde Prägraten) beginnt, nicht erst bei der Pebell- und Islitzeralm. Bis zur so genannten „Blinig-Brücke“ erwarten die Besucher sieben Stationen, zu denen auch neue Aussichtsplattformen aus Cortenstahl und Lärchenholz gehören. Die Kanzeln ragen weiter ins Bachbett hinein und bieten daher eine besonders spektakuläre Aussicht auf das tosende Wasser des Naturjuwels Isel.
Einer dieser neuen Aussichtspunkte liefert einen atemberaubenden Blick in die Schluchtstrecke bei Ströden – vielleicht bald eine der letzten Möglichkeiten stromabwärts, die Isel in ihrer wilden Ursprünglichkeit zu erleben. Denn wenig danach findet sich der Fluss in einem künstlich angelegten Speicher wieder, wenn es nach dem Willen der Kraftwerksplaner geht.
„Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun“, meint der Prägratner Bürgermeister Anton Steiner. Es sei weit gefehlt, den neuen Schaupfad mit dem Kraftwerk in Verbindung zu bringen. „Das Ausgleichsbecken ist ganz woanders, nämlich zwei bis drei Kilometer weiter unten, auf nur 1340 Metern Seehöhe.“ Die Umbalfälle würden erst auf 1500 Metern Seehöhe beginnen.
Die Kraftwerkspläne der Gemeinden Prägraten und Virgen gemeinsam mit der Firma Infra seien nach wie vor intakt, bekräftigt Steiner.



