04.02.2012
Innsbruck

Töchterle attackiert Medizin-Uni

Der Wissenschaftsminister hat genug. Er will nicht länger die Planungsmängel der Innsbrucker Medizin-Universität finanzieren.
Foto: TT / Thomas Boehm

Innsbruck – Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) tobt. Die Drohung der Innsbrucker Medizin-Universität, die Ärzte keine Nacht- und Wochenenddienste mehr machen zu lassen, wenn die Uni nicht zusätzliche 5,5 Millionen Euro erhalte, treibt den Blutdruck des Ministers in ungewohnte Höhen. Es sei zunehmend unerträglich, dass die Medizin-Uni glaube, dass der Bund jedes Loch stopfe, das durch „mangelnde Planungsfähigkeit entsteht“, sagt Töchterle im Gespräch mit der TT. So hätte die Med-Uni die Kosten für den Kollektivvertrag und jene für das neue Biozentrum falsch berechnet. Dies, die ständig neuen Zahlen, die genannt würden – „allein in einer Woche stieg das Finanzloch von 4,9 auf 5,5 Mio. Euro, das sind 600.000 Euro“, wundert sich Töchterle –, und die unerfreulichen Vor- und Begleitgeschichten rund um die Medizin-Uni seit ihrem Bestehen seien schon ärgerlich genug. Aber als „leider erwartbar und einfach nur schlicht“ bezeichnet der Minister die Analogietaktik des Innsbrucker Medizin-Unirats, jetzt Geld zu fordern, nur weil die Wiener das getan hätten.

Dass sich die Landesregierung zuversichtlich zeigte, dass Wien die 5,5 Millionen Euro zahlen werde, bessert die Laune Töchterles nicht. „In der Verfassung heißt es klar, dass die Krankenhäuser von den Ländern zu finanzieren sind“, betont er. Reichten die Steuereinnahmen dafür nicht aus, sei das über den Finanzausgleich zu regeln und nicht auf Kosten des Wissenschaftsministeriums. „Eine Medizin-Uni ist in erster Linie für Lehre und Forschung verantwortlich.“ (sta)

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Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 04.02.2012
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